Das Wissen der Körper
Herr Lazar, Sie sollen sich bereits im Alter von elf Jahren mit der Gestik und Deklamation im Barocktheater beschäftigt haben. Was um Himmels willen bringt ein Kind dazu, sich für so etwas zu interessieren?
Die Begegnung mit einer Französischlehrerin namens Isabelle Grellet, die ebenso begeistert vom Theater war, wie sie ihre Schüler dafür begeistern konnte.
Ich war da durchaus in guter Gesellschaft, in ihrem Theaterkurs habe ich zum Beispiel die Bühnenbildnerin Adeline Caron und die Schauspielerin und Regisseurin Louise Moaty kennengelernt; mit beiden habe ich später zusammengearbeitet. Grellet war auf die Arbeiten von Eugène Green zum Barocktheater gestoßen und wollte, dass ihre Schüler davon profitieren. Deshalb konnte ich mit ihm schon ab dem zwölften Lebensjahr arbeiten, Anfang der 1990er-Jahre Sein Zugang war damals einzigartig in Frankreich, weil er sich dem gesprochenen Vers mit demselben Anspruch widmete wie die historische Aufführungspraxis der Barockmusik. Ich war sofort verzaubert von seiner Art, die Sprache wie formbare Materie zu behandeln, eine körperliche Beziehung zum Wort herzustellen. Es war ein kleiner Kreis von jungen Menschen, die sich dafür interessierten. ...
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Opernwelt April 2019
Rubrik: Interview, Seite 24
von Michael Stallknecht
Diese Übersicht bietet eine Auswahl der angekündigten Musiktheater- und Opernpremieren des Monats. Informationen zu Wiederaufnahmen und Repertoirevorstellungen finden Sie auf den Websites der Häuser. Eine Liste mit Kontaktdaten gibt es online unter diesem Link:
www.der-theaterverlag.de/serviceseiten/theaterlinks/
ML = Musikalische Leitung
I = Inszenierung
B =...
Herr Katzameier, Sie werden weltweit als Sciarrino-Spezialist geschätzt, an der Berliner Staatsoper haben Sie gerade an zwei Uraufführungen mitgewirkt, bei den Salzburger Osterfestspielen 2019 kommt «Thérèse» heraus, ein Werk von Philipp Maintz, bei dem Sie nicht nur die männliche Hauptrolle singen, sondern zu dem Sie auch das Libretto geschrieben haben. Wann sind...
Irgendjemand muss die Sache ausgepackt haben. Ganz vorsichtig, so wie es die Schriftzüge auf den Kulissenteilen («Fragile», «Handle with care!») empfehlen. Auch weil man dem Stück ja nicht mit der Pranke beikommen kann: Jules Massenets «Werther» ist ein Drama aus dem Reich der Zwischentöne, eine Studie der feinnervigen, mal eindeutigen, mal kaum wahrnehmbaren...
