Das «schöne, wilde Tier» – der Mann

Sven-Eric Bechtolf und Franz Welser-Möst mit «Don Giovanni» in Zürich

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In der Regel ist es eher umgekehrt. Da erläutern Regisseure im Programmbuch vollmundig ein Konzept, das sich auch mit «Bedienungsanleitung» nicht so richtig erschließt. Sven-Eric Bechtolf dagegen stapelt dieses Mal tief. Er sagt im Essay zu seiner Zürcher «Don Giovanni»-Neuinszenierung – im Übrigen einer brillanten, konzisen Werkdeutung –, was alles nicht gezeigt werden sollte, wenn man dem Stück keine Gewalt antun wolle. Und schafft es, ohne dem Stück Gewalt anzutun – Châpeau.


Das heißt – was zu sehen ist, lässt sich als Kosmos von Archetypen begreifen, ausgestattet mit den Insignien einer glamourösen Gegenwart: Smoking, Dinner-Jacket, Petticoat, Reizwäsche und dergleichen Reize mehr. Doch irgend­wiehaben Marianne Glittenbergs mondäne Kostüme trotz aller Farbsymbolik, etwa bei den Sakkos des Titelhelden, auch wieder gar nichts Dezidiertes, Konkretes. So wie Rolf Glittenbergs Bühne, ein zentralperspektivisch ausgerichtetes Konstrukt aus lauter Goldrahmen, die als Soffitten das Theater der Mozart-Zeit zitieren. Doch beides spricht in seiner ursprünglichen Funktion zum Zuschauer: die Kostüme als Kostüme, die Bühne als Bühne. Mit anderen Worten: So konkret Bechtolfs «Don Giovanni» mit ...

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Opernwelt Juli 2006
Rubrik: Im Focus, Seite 8
von Alexander Dick

Vergriffen
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