Cleveland im Figaro-Fieber
Die Severance Hall, ein Jugendstilschrein von selten anzutreffender Pracht, wurde 1931 eröffnet. Für einige Zeit hatten in dem Konzertsaal auch szenische Opernaufführungen Konjunktur. Die Sänger agierten auf der Bühne, das Orchester saß im Graben. Nach mehreren konzertanten Opern mit allen Beteiligten auf der Bühne griff Franz Welser-Möst, der amtierende Musikdirektor des Cleveland Orchestra, die alte Praxis wieder auf, indem er Sven-Eric Bechtolfs Zürcher Inszenierung von Mozarts «Le nozze di Figaro» in Cleveland neu aufziehen ließ.
Und zufällig fiel dieses Ereignis mit einer (eingekauften) Produktion der Cleveland Opera von Rossinis «Il barbiere di Siviglia» zusammen, die im prunkvollen State Theatre über die Bühne ging.
Die Rossini-Buffa hatte vor knapp zehn Jahren die Reisetruppe Opera Pacific eingerichtet: kompakt gebaut, gleichwohl weitläufig und luftig. In warme Ockertöne getaucht, mit ein paar kräftigen Farben gewürzt, wandelte sich das Bild elegant von Szene zu Szene. Der Zürcher Mozart-«Figaro» hingegen spielt zwischen Pappkartons, ein paar Stuhlreihen und einigen im Kreis aufgestellten Karussellpferden, die aber immer still standen. Die Kostüme weisen hier wie dort in die ...
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