Ohne Worte
Sprachskepsis ist ein Grundmotiv der Moderne. Spätestens zu Beginn des 20. Jahrhunderts brach sich das Misstrauen in die Zuverlässigkeit des Wortes und der Rede Bahn: In seinem berühmten «Tractatus logico-philosophicus» (1918) versuchte Ludwig Wittgenstein zwar noch, formale Bedingungen für den wahren Gebrauch der Sprache zu definieren, doch der letzte, bilanzierende Satz offenbarte schonungslos die Grenzen des Unternehmens: «Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen.
» Eine prophetische Devise, die bald nicht zuletzt in Literatur und Theater widerhallen sollte, exemplarisch im Werk Samuel Becketts. Der Witz, die Tragik und die Poesie dieses Œuvres gründen darin, dass Beckett die Spielregeln der Semantik außer Kraft setzt, das scheinbar Vertraute ins Sinnlose, Absurde, Groteske verkehrt, um seine Mittel später kontinuierlich zu reduzieren. Dass am Ende das Verstummen steht (eine leere Bühne ohne Darsteller, ohne Worte), liegt im Wesen der Sache: das Schweigen als letzte Konsequenz des unmöglich gewordenen «reinen» Sprechens.
Auch in der neueren, zumal experimentellen Musik werden kommunikative Mechanismen immer wieder auf den Prüfstand gestellt. Die an den Rand des ...
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Lieben Sie Pavese?
Ich kenne Pavese. Und habe einiges von ihm sehr gern gelesen.
Darf ich Ihnen dann den unlängst auf Deutsch erschienenen Roman «Die einsamen Frauen» empfehlen? Ein zauberhaftes Buch.
Vielen Dank für den Tipp. Aber ich möchte den Roman lieber im Original lesen. Ich habe schließlich viele Jahre lang in Italien gelebt.
Sie sind als sehr junge Frau...
Es ist eine makabre, für empathische Zuschauer schwer erträgliche Situation. Und doch besitzt sie musiktheatrale Energie, wie sie nur selten aus einer historischen Handlung kommt: In den Jahrzehnten nach dem Dreißigjährigen Krieg waren Betäubungsmittel verboten, wenn die Patienten nicht bei den Operationen starben, so an der primitiven Anästhesie. Doktor Eisenbart,...
Selten wurde so viel Aufhebens um ein unartiges Kind gemacht: Für ihre konzertante Aufführung von Ravels dreiviertelstündigem Meisterwerk «L’Enfant et les Sortilèges» versammelten die Berliner Philharmoniker im November 2008 eine Sängerriege, mit der man eine ganze Serie von Galaabenden hätte bestreiten können. Auf dem Podium scharten sich Stars wie José Van Dam,...
