Carmen für alle
Schinznach-Dorf ist ein Ort im Aargau mit 1200 Einwohnern, nicht weit von Zürich entfernt, in der Nähe der deutschen Grenze gelegen, umgeben von Hügeln und Weinbergen. Die Idee, in dieser verschlafenen Idylle ein Opernfestival ins Leben zu rufen, erscheint aberwitzig. Der Tenor Peter Bernhard, der dort wohnt, hatte sie trotzdem und setzte über Jahre hinweg alles daran, sie Wirklichkeit werden zu lassen. Zu seiner eigenen Überraschung fand er bei den ersten Ansprechpartnern, den Gemeinden des Schenkenberger Tales, zu dem Schinznach-Dorf gehört, offene Türen.
Mit einem Startkapital von 60 000 Franken trat man dann an mögliche Sponsoren heran, die sich in beeindruckend großer Zahl einfanden und die Veranstalter in die Lage versetzten, dieses Projekt nicht nur in künstlerischer, sondern auch in organisatorischer Hinsicht professionell in Angriff zu nehmen.
Mit Bizets «Carmen», einer der populärsten Opern des Repertoires, hoffte man ein großes Publikum nicht nur aus der Region, sondern auch von außerhalb, nicht zuletzt aus Deutschland anzuziehen. Gemeinsam mit dem Bühnenbildner Karel Spanhak wurde die Idee entwickelt, auf einem umwaldeten Platz auf dem Feldschen-Hügel eine Arena ...
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Ich nippe gerade am Jasmintee, um die gesalzenen Sonnenblumenkerne aus den Zähnen zu spülen, als oben auf der Bühne, unter bunten Lampions und Troddeln, das Spektakel losgeht. Während die Trommelgruppe sich an rasanten Rhythmen die Finger wund hämmert, sausen Speere durch die Luft, werden mit blitzschnellen Drehungen pariert, durch galanten Fußkick auf den Gegner...
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