Buffa für Buffs
Während sich in Prokofjews Oper «Die Liebe zu den drei Orangen» das Publikum zu Beginn noch balgt, weil die einen zu Tränen gerührt werden, die anderen nur Tränen lachen wollen, tragen in Francesca Zambellos Inszenierung schnell schwule Opera-Buffs den Sieg davon. Die nützen das Tohuwabohu und stürzen sich mit beglückten Ahs und Ohs ins Vergnügen: Da tänzeln sie also auf George Tsypins Bühne wie giggelige Mädchen in der Schultoilette.
Francesca Zambello ist Expertin für den groben Strich, und mit dem wirft sie eine grellbunte Inszenierung ins Opernhaus von Sydney.
So eine komisch-kurzweilige Unterhaltung hat das Publikum offenbar noch nicht gesehen. Und die Kritiken dazu sind phantastisch. Gut für die Opera Australia, deren erste «Liebe zu den drei Orangen» ein Wagnis war, weil der Kartenverkauf bei so einem Stück kaum kalkulierbar ist.
Gut vor allem für den neuen Music Director Richard Hickox. Seit Beginn des Jahres ist der gestandene Brite Simone Youngs Nachfolger in Sydney und Melbourne. Nach finanziell kritischen Zeiten und viel Streit um die Nichtverlängerung von Youngs Vertrag muss er die Wogen glätten. Seine Aufgabe sieht er in exciting stability. Was er damit meinen könnte, ...
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