Aus dem Geist der Aufklärung
Unweit des Tiefurter Schlosses steht es, weithin unbeachtet. Ein Denkmal für Wolfgang Amadé Mozart, errichtet vom Schweizer Johann Heinrich Meyer. Im eigentlichen Sinne aber ist es kein Denkmal, weil es denjenigen, dem es huldigen will, gar nicht zeigt. Auf dem Sockel, den die Inschrift «Mozart und den Musen» ziert, sieht man lediglich eine Lyra, Symbol für Apollon Musagetes.
Daran angelehnt – auch dies eine deutliche Hervorhebung des Metaphorischen dem Physiognomischen gegenüber – zwei Masken, eine mit tragischem, eine mit heiterem Ausdruck; sie lassen sich zweifelsfrei den Musen Melpomene und Thalia zuordnen und bezeichnen somit den Doppelcharakter jenes Bühnenwerkes, das bis heute als die «Oper aller Opern» gilt.
Johann Wolfgang von Goethe war es seinerzeit nicht nur zu verdanken, dass Mozarts «Don Giovanni» auf die Weimarer Bühne gelangte, sondern vor allem, dass es überhaupt eine Mozart-Rezeption im Herzogtum Sachsen-Weimar gab. Begonnen hatte der Geheimrat damit, als er im Todesjahr des Komponisten die Leitung des Hoftheaters übernahm; das erste dort vorgestellte Opus aus Mozarts Feder war «Die Entführung aus dem Serail»; es folgten die Da Ponte-Werke «Così fan tutte» und ...
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Opernwelt März 2018
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 28
von Jürgen Otten
Herr Youn, Sie wurden kürzlich in Dresden wieder einmal für Ihren Fürst Gremin bejubelt. Größere Rollen des russischen Repertoires, etwa König René in Tschaikowskys «Jolanthe», sind Ihnen fremd?
«Jolanthe» wird wie so viele russische Opern nur selten angeboten. Und Godunow oder Pimen sind mit russischen Kollegen leicht zu besetzen. Ein kleiner Koreaner wird...
Schaut man auf die Zahlen, die uns zum Thema «Besucherentwicklung» regelmäßig aus den Presseabteilungen bundesdeutscher Theater erreichen, scheint die Welt in bester Ordnung. Häufig werden da Rekordbilanzen präsentiert. Der Tenor beinahe aller für die Öffentlichkeit bestimmten Statistiken: Das Interesse ist enorm, Auslastung und Erlöse steigen.
Sieht man sich in...
Bizarrer kann ein Titel kaum sein. Aber keine Sorge, er macht Sinn. «Crazy Girl Crazy» verknüpft drei Werke, die Barbara Hannigan besonders am Herzen liegen, wie sie im Booklet bekennt. Die «Mädchenzeit», so die kanadische Sängerin und Dirigentin, spiele dabei ebenso eine Rolle wie die Idee der Verrücktheit. «Nicht der Irrsinn, aber die Verrücktheit, verliebt zu...
