Bösewichte klingen anders
Herr Youn, Sie wurden kürzlich in Dresden wieder einmal für Ihren Fürst Gremin bejubelt. Größere Rollen des russischen Repertoires, etwa König René in Tschaikowskys «Jolanthe», sind Ihnen fremd?
«Jolanthe» wird wie so viele russische Opern nur selten angeboten. Und Godunow oder Pimen sind mit russischen Kollegen leicht zu besetzen. Ein kleiner Koreaner wird dafür nicht gebraucht.
Woran liegt es, dass Russen noch immer diesen Sonderstatus genießen wie zu Zeiten von Schaljapin?
Die slawischen Sprachen liegen sehr tief, der Klang wird weit hinten im Rachenraum fokussiert, ist daher auch sehr dunkel. Russland bringt sozusagen naturgewollt sehr viele große Bässe hervor.
Bis hin zu den schwarzen Bässen, die noch eine Oktave tiefer liegen. Auch Finnen und Bulgaren zeichnen sich dadurch aus, man denke an Boris Christoff.
Ich habe viele seiner Aufnahmen gehört, und das war auch einer der Gründe, warum ich nach Bulgarien ging. Christoff, Nikolaj Gjaurow, Nikola Gjusselew, diese Tradition hat mich immer besonders angezogen. Aber es ist doch eine ganz andere Art zu singen.
Gab es keine sprachlichen Probleme, als Sie von Korea nach Bulgarien ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt März 2018
Rubrik: Interview, Seite 30
von Volker Tarnow
Was machen eigentlich alternde Diven in ihrer Freizeit? Man weiß es nicht so genau und will es vielleicht auch gar nicht wissen. Dafür weiß man nun auch in Augsburg, was erfolgreiche, noch gar nicht so alte Singer-Songwriter in ihrer Freizeit machen: ganze Opern komponieren. Dort ist nämlich aktuell die deutsche und deutschsprachige Erstaufführung der ersten Oper...
Nur einem von Emil Nikolaus von Rezniceks 25 Bühnenwerken war ein durchschlagender Erfolg beschieden – der 1894 uraufgeführten «Donna Diana». Auf den Spielplänen sucht man die Oper zwar immer noch vergebens, aber ihre spritzig-eingängige Ouvertüre überlebte im Konzertsaal und ist vermutlich älteren Semestern noch im Ohr als Markenzeichen des ZDF-Musikquiz’...
Schaut man auf die Zahlen, die uns zum Thema «Besucherentwicklung» regelmäßig aus den Presseabteilungen bundesdeutscher Theater erreichen, scheint die Welt in bester Ordnung. Häufig werden da Rekordbilanzen präsentiert. Der Tenor beinahe aller für die Öffentlichkeit bestimmten Statistiken: Das Interesse ist enorm, Auslastung und Erlöse steigen.
Sieht man sich in...
