Apropos... Anfänge
Wann sind Sie Ariadne zum ersten Mal begegnet?
2014, in meinem letzten Jahr an der Opernakademie Kopenhagen. Ich habe einige Nummern für die Abschlussprüfung und in einem Konzert gesungen.
War das damals eine Wunschpartie?
Ich kannte «Ariadne auf Naxos» gar nicht, habe bei Null angefangen, bin an der Hochschule jeden Takt mit meiner Lehrerin Susanna Eken durchgegangen. Im März konnte ich alles an der Nordnorsk Opera ausprobieren. Das war natürlich sehr hilfreich für Glyndebourne.
Schon ein bisschen nervös?
(lacht) Aber sicher. In Glyndebourne muss ich mit einem ganz anderen Erwartungsdruck umgehen. Umso glücklicher bin ich, dass ich das Stück in Bodø und Tromsø mit Solisten machen konnte, die ihre Rollen ebenfalls fast alle zum ersten Mal gesungen haben.
Wie lernen Sie neue Rollen? Lesen Sie viel, bevor Sie die Noten anschauen?
Ich bin eher ein intuitiver Typ. Während des Studiums habe ich eine Menge über Musikgeschichte gelernt, über Komponisten, Stilepochen, Stücke usw. Am liebsten finde ich erst mal heraus, was mir eine Partie auf den ersten Blick sagt. Das geht nur allein. Erst wenn ich meinen Zugang gefunden habe, kann ich die Meinung anderer an mich heranlassen.
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Opernwelt Juni 2017
Rubrik: Magazin, Seite 87
von Albrecht Thiemann
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