Apropos... Anfänge

Die norwegische Sopranistin LISE DAVIDSEN steht an der Schwelle einer großen Karriere. Vor zwei Jahren gewann sie u. a. den Operalia und den Queen Sonja Wettbewerb. Nach kleineren Wagner-Partien in München sang sie 2016 in Zürich ihre erste Agathe. Nun gibt die 30-Jährige mit Strauss’ Ariadne ihr Glyndebourne-Debüt. Die nächsten Pläne: Cherubinis Medea in Wexford, Ariadne in Wien sowie Freia, Ortlinde und die dritte Norn in London

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Wann sind Sie Ariadne zum ersten Mal begegnet?
2014, in meinem letzten Jahr an der Opernakademie Kopenhagen. Ich habe einige Nummern für die Abschlussprüfung und in einem Konzert gesungen.

War das damals eine Wunschpartie?
Ich kannte «Ariadne auf Naxos» gar nicht, habe bei Null angefangen, bin an der Hochschule jeden Takt mit meiner Lehrerin Susanna Eken durchgegangen. Im März konnte ich alles an der Nordnorsk Opera ausprobieren. Das war natürlich sehr hilfreich für Glyndebourne.

Schon ein bisschen nervös?
(lacht) Aber sicher. In Glyndebourne muss ich mit einem ganz anderen Erwartungsdruck umgehen. Umso glücklicher bin ich, dass ich das Stück in Bodø und Tromsø mit Solisten machen konnte, die ihre Rollen ebenfalls fast alle zum ersten Mal gesungen haben.

Wie lernen Sie neue Rollen? Lesen Sie viel, bevor Sie die Noten anschauen?
Ich bin eher ein intuitiver Typ. Während des Studiums habe ich eine Menge über Musikgeschichte gelernt, über Komponisten, Stilepochen, Stücke usw. Am liebsten finde ich erst mal heraus, was mir eine Partie auf den ersten Blick sagt. Das geht nur allein. Erst wenn ich meinen Zugang gefunden habe, kann ich die Meinung anderer an mich heranlassen.

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Opernwelt Juni 2017
Rubrik: Magazin, Seite 87
von Albrecht Thiemann

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