Amüsante Petitessen
Zu mehr als 150 Filmen hat er die Musik geschrieben. Berühmt geworden ist er mit seinen Arbeiten für Fellini, Visconti, Zeffirelli, Clément und zuletzt Coppola («Der Pate» I und II). Doch Nino Rota (1911-1979), der als Wunderkind begann, der seine klassische Ausbildung bei Ildebrando Pizzetti und Alfredo Casella erhielt, hat auch etliche Symphonien, Konzerte und nicht weniger als zehn Opern geschrieben.
Sein «Florentiner Strohhut» nach einem Schwank von Labiche, im letzten Kriegsjahr entstanden, aber erst 1955 in Palermo uraufgeführt, hat im Repertoire der italienischen Opernhäuser einen festen Platz.
Dort begegnet man gelegentlich auch den beiden Einaktern «La notte di un nevrastenico» (Die Nacht eines Neurasthenikers) und «I due timidi» (Die beiden Schüchternen), die ebenfalls dem heiteren Genre angehören. Das erstgenannte Stück auf ein Libretto des Romanciers Riccardo Bacchelli kam 1960 an der Mailänder Piccola Scala heraus. Die Grundidee könnte einer Kurzgeschichte von Tschechow entstammen. Der Titelheld leidet unter Schlaflosigkeit und hat deshalb, um ungestört zu sein, in einer Pension gleich drei benachbarte Zimmer gemietet. Der geschäftstüchtige Portier gibt aber, weil ...
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Opernwelt April 2019
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 22
von Ekkehard Pluta
Gewagtes Bild. Gemalt hat dieses Porträt, das in der Dresdner Gemäldegalerie hängt und den Titel «Die Gambenspielerin» trägt, um 1640 Bernardo Strozzi, ein venezianischer Künstler, für den auch Monteverdi Modell stand. Es zeigt eine junge Frau mit ernst-traurigem Blick, einem Rosenzweig im Haar, die Gambe samt Bogen in der Linken, den rechten Arm lässig auf ein...
Seit fünf Jahren hatte er nicht mehr vor einem Orchester gestanden, sich in sein Haus am Mondsee im Salzkammergut zurückgezogen. Als er spürte, dass Körper und Geist nicht länger den rigorosen Ansprüchen genügten, die er an sich und andere stellte, trat er aus dem Rampenlicht, das er eigentlich nie gesucht, eher als unvermeidliche Begleiterscheinung des Berufs...
Shibuya Crossing, an einem milden Februar-Abend. Wenn die Fußgängerampeln Grün zeigen, ist von den strahlendweißen Zebrastreifen, die Tokios berühmteste Straßenkreuzung zieren, nichts mehr zu sehen. Aus allen Richtungen ergießen sich gigantische Menschenwellen auf den Asphalt. Sie strömen an den Rändern des von trendigen Shopping Malls, von Wolkenkratzern und...
