Allmächtige Ohnmacht
Wagner und Schönberg? Es gibt Ambivalenzen, die vernachlässigt worden sind – zum Beispiel im «Lohengrin». Wagners Oper und «Moses und Aron» scheinen ideologisch entgegengesetzte Pole einzunehmen, lassen sich aber spiegelbildlich aufeinander beziehen. In beiden Fällen gibt es ein verunsichertes Volk und einen Helden, der den Weg weisen soll, aber durch ein Verbot der höchsten Instanz behindert wird.
Der Auftrag des Absoluten und die Bedingtheit des Irdischen lassen sich nicht vereinbaren: Lohengrin wird durch sein Schweigegelübde, Moses durch das Bilderverbot und die «Reinheit des Denkens» gebremst. In einem zweiten Beitrag setzt sich der Dirigent Hartmut Haenchen mit der Tempofrage bei Wagner auseinander.
Vor allem den Großveranstaltungen der Nationalsozialisten, besonders den Nürnberger Reichsparteitagen, war der «Nibelungen»-Marsch vorbehalten, dem offenkundig ganz besondere nordisch-«heldische» Stimulationskraft zugeschrieben wurde – tönendes Doping fürs Reckentum. Der Titel des Stücks von Gottfried Sonntag, einem Bayreuther Militärmusiker (1846-1921), lässt sich leicht erklären, verweist er doch eindeutig auf Wagners «Ring des Nibelungen», dem er einige obligat markante, teils ...
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Opernwelt Jahrbuch 2013
Rubrik: Wagner 200, Seite 58
von Gerhard R. Koch
Gleich im ersten Intendantenjahr hat Barrie Kosky es geschafft, der Komischen Oper Berlin seinen Stempel aufzudrücken: Bunter, hipper, vitaler ging es in der Saison 2012/13 an keinem anderen Opernhaus der Hauptstadt zu. Von Monteverdi bis zu Neuwirth, vom Mozart-Kino bis zur deutsch-türkischen Kinderoper und Operettenrevue. Ein programmatisches Bekenntnis: Am...
Deutschland
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GENERALINTENDANT UND GESCHÄFTSFÜHRER:
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SEKRETARIAT DER GESCHÄFTSFÜHRUNG: Doris Hautermann, Tatjana Trunsperger
CHEFREGISSEUR UND STELLV. DES GENERALINTENDANTEN
IN KÜNSTLERISCHEN FRAGEN: Ludger Engels
KÜNSTLERISCHE...
Alle Welt reißt sich um Richard Wagner und Giuseppe Verdi, während der dritte Jubilar, Benjamin Britten, nach wie vor um Anerkennung kämpft, vor allem außerhalb Großbritanniens. Lange galt er den Konservativen als zu radikal, den Radikalen als zu
konservativ, und noch immer hält ihn mancher Kritiker für zweitrangig. Doch Britten ging einfach seinen eigenen Weg. Er...
