389 Millionen
Dass die Berliner Lindenoper und das Theaterensemble am Kölner Offenbachplatz dringend saniert werden mussten, steht außer Frage. Eine neue Konzerthalle für Hamburg – auch sie war überfällig. Und niemand wird bestreiten, dass es bei den maroden Gebäuden der Städtischen Bühnen in Frankfurt und Augsburg akuten Handlungsbedarf gibt. Wenn diesmal vorwiegend Kulturbaustellen als «Ärgernis des Jahres» genannt werden, so zielt der Unmut auf die fahrlässige Planung und Steuerung solcher Großprojekte. Die Folge: Chaos und explodierende Kosten.
Wir dokumentieren die eklatantesten Problemfälle: Staatsoper Berlin, Oper Köln und Elbphilharmonie Hamburg. Stationen einer Chronique scandaleuse.
Kurz nach der Jahrtausendwende wird der Staatsoper fast die Betriebserlaubnis entzogen – wegen drastischer baulicher Mängel. Ein Gutachten des TÜV kommt zu dem Ergebnis, dass bestimmte Teile der Bühnentechnik nicht mehr eingesetzt werden dürfen. Ein Hubpodium war unerwartet in die Tiefe gefahren. Zum Glück stand niemand auf der Bühne. Einen Tag später wäre der Männerchor im «Tannhäuser» mit hinabgerauscht. Die Folge: Einige Aufführungen können teilweise nur konzertant stattfinden. Hermann-Josef Pohlmann ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Jahrbuch 2016
Rubrik: Chronique scandaleuse, Seite 56
von Kerstin Krupp
Was hier Mensch ist und was Tier, wer Mann und wer Frau, bleibt in dämonischem Dunkel. Normales Maß gilt nicht mehr in dieser Todeslandschaft. «Kalter Glanz» fällt auf «Vogelleichen», aus deren Grabhügel ragt «eine Menschenhand». Barrie Kosky und Teodor Currentzis gelang in Zürich ein im Wortsinn atemraubender «Macbeth» (OW 6/2016).
Eine exemplarische Produktion:...
So votierten unsere Leser
Aufführung des Jahres: Verdis «Macbeth» in Zürich (Teodor Currentzis/Barrie Kosky)
Regisseur des Jahres: Barrie Kosky
Bühnenbildnerin des Jahres: Rebecca Ringst
Dirigent des Jahres: Kirill Petrenko
Sänger des Jahres: Jonas Kaufmann, Anja Harteros
Opernhaus des Jahres: Bayerische Staatsoper München
Ärgernis des Jahres: Die Sanierungsfälle...
Da ist es wieder, das große «Bla Bla». Gab es 26 Jahre lang nicht mehr live zu hören. Wer wollte, behalf sich in dieser Zeit mit dem Mitschnitt der Mannheimer Uraufführung 1987. Oder, ganz anders, aber ähnlich krass, mit dem Hörspiel, das die Einstürzenden Neubauten drei Jahre später aufnahmen. Zu dieser Zeit, Ende 1990, war Wolfgang Rihms Oper schon von den...
