100 Jahre Stadttheater Hildesheim
Eine der traditionellsten und traditionsbelastetsten Festopern sollte es sein zum 100. Geburtstag. Zweifel waren angebracht, ob «Die Meistersinger von Nürnberg» Dimensionen und Möglichkeiten des Hildesheimer Stadttheaters (das vor einiger Zeit im «Theater für Niedersachsen» aufging) nicht sprengen würden. Ein Haus, das derzeit mit knapp über dreißig Orchestermusikern und etwa zwanzig Choristen ausgestattet ist, kann anderes Repertoire gegen weniger Widerstände realisieren. Gleichwohl zeigte der Premierenabend ein respektables Ergebnis.
Gastregisseur Hans-Peter Lehmann belässt die Geschichte im 16. Jahrhundert und überzeugt nach wie vor durch seine detailgetreue Personenführung. Im überwiegend aus Rollendebütanten bestehenden Ensemble ragten Johannes von Duisburg als Hans Sachs, Wolfgang Schwaninger als Stolzing und Uwe-Tobias Hieronimi als Beckmesser heraus. Das um viele Aushilfen verstärkte Orchester spielte unter Werner Seitzer in guter Abstimmung mit der Bühne. Um personelle Fülle wenigstens annähernd erreichen zu können, mussten neben den beiden hauseigenen Verstärkungschören weitere Sänger verpflichtet werden, so dass überwiegend Laienchoristen sowie kunstliebende und ...
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Immer weniger Natur, immer mehr Industrie, mehr Technik, mehr Tempo, mehr soziales Gefälle. Die Menschen im 19. Jahrhundert lehnten sich auf gegen die rasante Veränderung ihres Lebensumfeldes. Schon Goethe ahnte, dass die Entwicklung, deren Anfänge er mitbekam, einschneidend und unumkehrbar war. Und er war froh, dass er sie nicht mehr erleben musste. In der Oper...
Warum, um Gottes willen, die «Taubenpost» als harmlos-versöhnlicher Schluss nach der «Stadt», diesem traumatischen Bild verlorener Liebe, und dem grausigen «Doppelgänger»? War denn jenem Verleger, der aus Franz Schuberts Liedern nach Gedichten Rellstabs und Heines den Zyklus «Schwanengesang» zusammenstellte und diesem am Schluss eben die «Taubenpost» eines gewissen...
