Liebe in Zeiten des Internets

Kaija Saariahos «L’Amour de loin» auf dem Nordiske Impulser Festival in Bergen

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Mal installieren sie einen Prada-Shop in der texanischen Wüste, mal verfrachten sie ein Sprungbrett aus einem Schwimmbad in einen Wohnraum: Die international gefeierten Künstler Michael Elm­green und Ingar Dragset lieben es, alte Strukturen zu sprengen und neue Zusammenhänge zu stiften. Nach diesem Prinzip ging das dänisch-norwegische Duo auch bei der Eröffnngsproduktion für die 56. Internationalen Festspiele Bergen die Eröffnungsproduktion vor.

Die Grieghallen verwandelten sich in einen Kinosaal, Kaija Saariahos Oper «L’Amour de loin» wurde als Zeichentrickfilm im Stil japanischer Anime-Filme gezeigt.
Auf einer bühnenfüllenden Leinwand entspinnt sich in schwarz-weiß-blauen Bildern die eigentliche Handlung – jene geheimnisvolle Liebesgeschichte zwischen dem französischen Troubadour Jaufré
Rudel und der fernen Clémence, der Gräfin von Tripolis. Diese mittelalterliche Tiefenanalyse unstillbarer Sehnsucht, von Amin Maalouf in ein poe­tisches Libretto gegossen, verquicken Elmgreen und Dragset in ihrem Film mit einer heutigen Beziehung, die sich im Internet, genauer gesagt, im Chatroom anbahnt. So sieht man zum Beispiel, während Jaufré Rudel von den Vorzügen der Gräfin singt, wie auf ...

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Opernwelt Juli 2008
Rubrik: Magazin, Seite 30
von Dagmar Penzlin

Vergriffen
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