Vom Staube befreit
Antonio Vivaldi ist, trotz eifriger Arbeit der Plattenfirmen, noch immer der bekannteste Unbekannte der italienischen Operngeschichte. Nun wurden bei Musikfestivals in Siena und Spoleto gleich zwei der über vierzig Opern des prete rosso aus dem Staub der Archive gezogen: «L’Atenaide» und «Ercole sul Termodonte».
Der geniale Geigenvirtuose und Komponist wurde nach seinem Tod 1741 von seinem einst so begeisterten Publikum sofort gründlich vergessen.
In jener musikbesessenen Zeit verlangten die Opernbesucher stets nach neuer Stimmakrobatik und ungehörten Melodien, unser heutiges Repertoiretheater mit seinen repetierenden Spielplänen war ihnen fremd. Nach der abenteuerlichen Wiederentdeckung von Vivaldis Partituren in einem piemontesischen Kloster (1926), begann eine sehr zaghafte Renaissance, die sich über fünfzig Jahre hauptsächlich auf seine Instrumentalwerke beschränkte und an den «Quattro Stagioni» regelrecht festbiss: Allein während der letzten fünf Jahre registrierte das Bulletin des Vivaldi-Instituts an die achtzig unterschiedliche Aufnahmen aus aller Welt – von Südamerika über China bis Ungarn.
So weist auch die Accademia Musicale aus Siena, die diesen Sommer Vivaldis ...
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