«Das Ensemble ist der Star»
Zum zweiten Mal in der Geschichte der «Opernwelt»-Umfrage stehen gleich zwei Häuser ganz oben. Vor acht Jahren war die Doppelspitze – das Theater Bremen und die Komische Oper Berlin – eine echte Überraschung. Diesmal lag das Ergebnis in der Luft: Immer wieder hatten das Nationaltheater Mannheim und die Oper Frankfurt unter dem Strich mit hohen Quoten abgeschnitten. Schon 2003 konnte sich Bernd Loebe über einen ersten Platz freuen, 2013 landete Klaus-Peter Kehr einen starken zweiten.
Leidenschaft, Beharrlichkeit und ein ungebrochenes Vertrauen in die Kraft des Ensembletheaters zahlen sich aus – auch das spiegelt sich in der diesjährigen Wahl. Zumal, wenn Innovation und Tradition, Abenteuer und Erfahrung, Neugier und Loyalität so aufregend ineinandergreifen wie in Mannheim und Frankfurt.
Herr Kehr, wer im Internet nach Informationen über Sie sucht, hat es schwer: Keine eigene Seite, kein Eintrag bei Wikipedia, die biografische Notiz auf der Website des Nationaltheaters umfasst gerade mal sieben Sätze. Machen Sie sich gern unsichtbar?
Klaus-Peter Kehr: Um Sichtbarkeit im Netz kümmere ich mich tatsächlich nicht. Mir ist es wichtiger, für Künstler, Mitarbeiter und das Publikum da zu ...
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Opernwelt Jahrbuch 2015
Rubrik: Opernhaus des Jahres, Seite 4
von Albrecht Thiemann & Uwe Schweikert
Aufmerksame «Opernwelt»-Leser werden sich erinnern: Das Nationaltheater Mannheim hat in der Kritikerumfrage nach dem «Opernhaus des Jahres» 2013 einen starken zweiten Platz belegt, Mieczyslaw Weinbergs Dostojewski-Oper «Der Idiot» teilte sich damals in der Rubrik «Uraufführung des Jahres» den ersten Platz mit George Benjamins «Written on Skin». Und im vergangenen...
Etwas vom Besten, was Pascal Dusapin der Welt geschenkt hat, ist seine Klanginstallation «Mille plateaux», die 2014 bei den Donaueschinger Musiktagen vorgeführt wurde. Wer dieses audiovisuelle Kunstwerk aufsuchen wollte, musste eine Art Licht-Schleuse passieren und gelangte dann in einen rabenschwarzen Raum, wo ihn das Brausen eines mal stärkeren, mal schwächeren...
Die Zäune zwischen «absoluter» und «angewandter» Musik, also auch der für die Bühne, trennen seit je sogar die Komponisten. Assoziiert man die einen, fast reflexhaft, mit Oper: Monteverdi, Lully, Weber, Rossini, Donizetti, Verdi, Puccini, Bizet, Gounod, Massenet, Offenbach, so die anderen mit instrumentalen Genres: Scarlatti, Paganini, Chopin, Brahms, Bruckner,...
