Rossinis erste Muse
Über viele Jahre ihres Lebens war Maria (Marietta) Marcolini so etwas wie das weibliche Gegenstück zum «Invisible Man»: Man weiß nic ht genau, wann sie geboren wurde (vermutlich 1780) und wann sie starb (ihre Spur verliert sich in den 1820er-Jahren). 1811 wurde sie Liebhaberin und Mu-se des jungen Gioacchino Rossini. Sie war die wichtigste Sängerin in dessen vor-neapolitanischer Zeit; er machte sie, wie Stendhal es in Vie de Rossini beschreibt, «zur vielleicht besten Musikerin Italiens (...
); an ihrer Seite, an ihrem Klavier und in ihrem Landhaus bei Bologna hat er die meisten Arien und Kantilenen komponiert, die später seinen dreißig Meisterwerken zum Erfolg verhalfen...». Ihr erster gemeinsamer Erfolg war La pietra del paragone, zugleich Rossinis erste abendfüllende Oper. Zwar findet diese sich nicht in dem Programm des Recitals, das die schwedische Mezzosopranistin Ann Hallenberg Marietta Marcolini widmet; dafür aber die Isabella aus der Italienerin in Algier – wohl der Höhepunkt von Marcolinis Karriere – sowie andere ihrer Paradepartien aus Werken von Mayr, Paer, Weigl, Mosca, Coccia und des jungen Rossini. Hallenberg – kundig begleitet vom Stavanger Symphony Orchestra unter ...
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Opernwelt Februar 2013
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 22
von Gerhard Persché
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