Unfreiwillig konzertant

Händels «Triumph of Time and Truth» und Barrys «Triumph of Beauty and Deceit» bei den Händelfestspielen in Karlsruhe

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Wir singen und wir spielen – soweit das möglich ist», kann man im Foyer des Karlsruher Staatstheaters lesen. Ein Warnstreik der Gewerkschaft Ver.di, der die Bühnenmitarbeiter des Hauses betraf, hatte die szenische Premiere der Händelfestspiele Karlsruhe kurzfristig undurchführbar gemacht. Am Ende wurde im vollbesetzten Opernhaus trotzdem gejubelt.

Der Applaus galt vor allem den hervorragenden Solisten, die aus der Not eine Tugend machten und auch darstellerisch vor der mit Spiegeln behängten Marmorwand (Regie: Sam Brown, Bühne und Kostüme: Annemarie Woods, Choreografie: Lorena Randi) bei dieser unfreiwillig konzertanten Version glänzten. Händels «The Triumph of Time and Truth» wurde die einstündige Oper «The Triumph of Beauty and Deceit» des irischen Komponisten Gerald Barry aus dem Jahr 1992 gegenübergestellt, die sich als Antwort auf Händels der Lust entsagendes Oratorium versteht. Barry verwendet die gleichen fünf allegorischen Figuren, kehrt die Geschichte jedoch um. Am Ende geht die Schönheit bei ihm nicht ins Kloster, sondern entscheidet sich lieber für das Vergnügen. Barry schenkt seiner Musik die einzigen innigen Momente, wenn der lyrische Tenor (großartig: Peter Tantsits ...

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Opernwelt April 2013
Rubrik: Magazin, Seite 75
von Georg Rudiger

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