Eine letzte Kraftprobe
Am Wuppertaler Opernhaus ist mit der letzten Premiere der Saison eine Tradition zu Grabe getragen worden. Denn die Neuinszenierung von Karol Szymanowskis «Król Roger» ist definitiv die letzte Produktion mit einem festen Ensemble. Sie unterstreicht mit Nachdruck noch einmal, was Wuppertal und die Opernlandschaft in Nordrhein-Westfalen verlieren: eine gewachsene Tradition und den Mut, an einem mittleren Haus ein experimentierfreudiges Programm nicht nur zu realisieren, sondern auch beim Publikum durchzusetzen.
Mit dem Ende der Spielzeit wird das hervorragende, in allen musikalischen Epochen erstaunlich sattelfeste Wuppertaler Ensemble entlassen, fortan will der neue Chef Toshiyuki Kamioka nur noch eingekaufte Produktionen mit (billigen) Gastsängern nach dem stagione-Prinzip spielen. Und zwar vorzugsweise konsensfähige Repertoire-Hits, von denen man sich ein volles Haus verspricht.
Riskofreudige Unternehmungen wie die Produktion von Szymanowskis selten gespieltem «Król Roger» dürften nun der Vergangenheit angehören. Ganz zu schweigen von Uraufführungen, wie kürzlich dem «Universums-Stulp» oder der Staffel von Sciarrino-Premieren, deren sich Wuppertal einst rühmen durfte. Wobei die ...
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Opernwelt August 2014
Rubrik: Panorama, Seite 48
von Regine Müller
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