Prinzip Neugier oder: Was bleibt von 2007/2008?
Es hatte in der Luft gelegen. Immer wieder war das Essener Aalto-Theater während der letzten Jahre positiv aufgefallen. Mit Produktionen, die szenisch auf der Höhe der Zeit standen, ohne sich zeitgeistig anzubiedern. Mit einem intakten Hausensemble, das sein Handwerk aus dem Effeff beherrscht – von Händel bis Wagner, von Bellini bis Aribert Reimann.
Mit einem Orchester, das nicht nur bei Premieren, sondern im täglichen Repertoirebetrieb musikalisches Top-Niveau garantierte, weshalb es kaum überrascht, dass sich die Essener Philharmoniker zum zweiten Mal – gemeinsam mit der Berliner Staatskapelle – Orchester des Jahres nennen können. Und, last but not least, mit einem energischen, experimentierfreudigen Generalmusikdirektorintendanten, der das von Alvar Aalto entworfene Haus im Stadtpark seit elf Jahren auf Trab zu halten versteht. Nun ist das Aalto-Theater erstmals zum Opernhaus des Jahres gewählt worden.
Als Stefan Soltesz 1997 die Leitung des bis dato eher unauffälligen Instituts übernahm, ahnte kaum jemand, dass es binnen Kurzem zu den besten Musiktheatern Deutschlands zählen würde. Der Mann brachte zwar solide GMD-Erfahrungen mit (aus Braunschweig und Antwerpen), doch als ...
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Zur Premiere von «L’Upupa und der Triumph der Sohnesliebe» in Salzburg 2003 hatte der 77-jährige Henze verlauten lassen, dass er keine weitere Oper schreiben werde; vier Jahre später fand die Uraufführung seiner neuen abendfüllenden Oper «Phaedra» in Berlin statt.1 Ist es nicht erfreulich, dass auf jene frühere Aussage des Komponisten kein Verlass war? Mit...
Schon die Gattungsbezeichnung überraschte: Eine «Konzertoper» nannte Hans Werner Henze sein (vielleicht?) finales Musiktheaterwerk, das er komponierte, obwohl er zuvor glaubhaft versichert hatte, «L’Upupa und der Triumph der Sohnesliebe», 2003 in Salzburg uraufgeführt, sei seine letzte Oper. Dass dieser «Wortbruch» sich als glückliche Fügung erwies, wurde...
Kategoriale Kürze
Anmerkungen zu Henzes Spätwerk
Das Spätwerk eines tatsächlich betagten Komponisten ist in der Musikgeschichte eher selten anzutreffen – erinnert werden kann hier an Schütz und Telemann, Bruckner und Strauss, und in diesem Jahr auch an den hundertjährigen Elliott Carter (immer noch in großer Produktivität tätig). Unbedingt ist in dieser Reihe auch...
