Der Regisseur als Autor?
Lange war es üblich, Opern in bearbeiteter Form zu zeigen: übersetzt, gekürzt, umgestellt, ergänzt, mit Eingriffen in Dramaturgie und Notentext. Mozart, «Verdi-Renaissance», der Kampf um die Originalfassungen des «Boris», «Hoffmann», der «Carmen» sind nur die notorischsten Beispiele. Als Reaktion formierte sich in den fünfziger Jahren die Urtext-Bewegung. Wissenschaftler erarbeiteten quellennahe Partituren, die in Einzelfällen auch auf die Bühne kamen: Zeddas «Barbier von Sevilla», Oesers «Carmen».
Parallel zum Vormarsch der «Historischen Aufführungspraxis» wurden Originalfassungen Mode: Regisseure rieben sich an ihren Schroffheiten, Widersprüchen, scheinbaren Absurditäten und holten sich daraus Anregungen für Deutungen jenseits der Konvention. Im Laufe der Jahre verlagerte sich der Deutungsakt vom Text und historischen Kontext eines Werkes auf seinen Subtext.
Jetzt stehen wir wieder an einer Wende. In Barbara Beyers Interview-Band «Warum Oper?» (Alexander-Verlag, 2005) konstatiert Sebastian Baumgarten, Jahrgang 1969: «Der Regieberuf als Interpretationsmaschine scheint mir einfach vorbei zu sein», und fordert: «Der Regisseur müsste auch wieder mehr als Autor in Erscheinung ...
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Es war ein Skandal für die grande famiglia der italienischen Nation: Kürzlich meldeten italienische Tageszeitungen, dass ausgerechnet das Mutterland der katholischen Kirche die höchste Scheidungsrate ganz Europas hat. Gleichwohl wird Paaren die Trennung nicht leicht gemacht, selbst einvernehmliche Scheidungsverfahren können sich ewig hinziehen. Nun gibt ein...
