Recht und Gerechtigkeit
«Selbst wenn der Mund sich schließt, bleibt die Frage offen», schrieb Stanislaw Jerzy Lec.
Welche Frage? Etwa jene, die Pontius Pilatus bei Johannes (18,38) stellt: «Was ist Wahrheit?» Joseph Ratzinger, Papa Emeritus, spitzte sie im zweiten Band seiner Untersuchungen über Jesus von Nazareth zu: «Kann Politik Wahrheit als Kategorie für ihre Struktur annehmen? Oder muss sie Wahrheit als das Unzugängliche der Subjektivität überlassen und stattdessen sehen, wie sie mit den verfügbaren Instrumenten der Ordnung von Macht zu Rande kommt, um Frieden und Gerechtigkeit zu stiften?» Aber wenn Wahrheit nicht zählte? Welche Gerechtigkeit wäre dann möglich? Müsste es nicht gemeinsame Maßstäbe geben, die der Willkür wechselnder Meinungen und der Machtkonzentrationen entzogen wären und Gerechtigkeit für alle garantierten?
Grundlegende Fragen, die auch die Oper zu Lyon unter ihrem rührigen Chef Serge Dorny stellt, und zwar in ihrem im Festival «Justice/Injustice». Kein Zufall, dass dieses in der Karwoche begann. Wobei das französische Motto im Deutschen mit «Recht» und «Unrecht» nur unzureichend übersetzt ist, denn «Justice» bedeutet eben nicht bloß Recht, sondern vor allem Gerechtigkeit. Doch ...
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Opernwelt Mai 2013
Rubrik: Im Focus, Seite 22
von Gerhard Persché
Großer Bahnhof vor dem Bahnhof. Dem von einst, der heute ein Festspielhaus ist. Baden-Baden, der erste Abend der «neuen» Osterfestspiele der Berliner Philharmoniker. Ein Anblick fast wie in der Salzburger Hofstallgasse, der das Orchester den Rücken kehrte. Eine Schwadron von Reisebussen aus ganz Baden-Württemberg und dem nahen Ausland. Hoch- und Erwartungsstimmung...
54. Jahrgang, Nr 5
Opernwelt wird herausgegeben von Der Theaterverlag - Friedrich Berlin
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752255
Redaktion Opernwelt
Knesebeckstraße 59-61, 10719 Berlin
Tel.: +49(0)30/25 44 95 55
Fax: +49(0)30/25 44 95 12
E-Mail: redaktion@opernwelt.de
Redaktionsschluss dieser Ausgabe war der 11.04.2013
Redaktion:
Stephan Mösch (V. i. S. d. P.)
Albrecht...
Herr Beczala, das Debüt-Album bei der Deutschen Grammophon hätten Sie doch auch Ihrem polnischen Landsmann Jan Kiepura widmen können.
Sie haben Recht! Jan Kiepura ist auch heute noch für jeden Polen der Tenor schlechthin. Wenn ich die CD stattdessen Richard Tauber gewidmet habe, so meine ich damit eine ganze Reihe von Tenören der damaligen Zeit, z. B. auch Peter...
