«Er sang immer, als sei es das letzte Mal»
Ob Fritz Wunderlich wirklich der «größte» Tenor war, der während der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts die Opernbühnen und Konzertpodien der Welt eroberte, ist eine müßige Frage. Nicht einmal der bekennende Wunderlich-Fan Werner Pfister, Autor der ersten umfassenden Biografie über den damals wie heute gefeierten Sänger, will sich da festlegen.
Doch wenn es um die Beschreibung der Stimme geht, um das Besondere, das Einzigartige der vokalen Physiognomie, fällt das Urteil so einheitlich wie eindeutig aus: Niemand habe je die Natürlichkeit, die (scheinbare) Naivität, die ungezwungene clarté erreicht, die den Gesangsstil Wunderlichs so unverkennbar charakterisierten. Brigitte Fassbaender, einst seine Kollegin im Ensemble der Bayerischen Staatsoper, umriss das Phänomen so: «Er hatte ein Timbre, das einem unmittelbar zu Herzen ging. Er sang immer, als sei es das letzte Mal.»
Vierzig Jahre nach seinem tragischen Unfalltod am 17. September 1966 sorgen nun bislang unveröffentlichte Bild- und Tondokumente aus dem Familienarchiv dafür, dass die – natürlich nie ganz verblasste und schon anlässlich des fünfundsiebzigsten Geburtstages mit dem Münchner «Barbiere» und einer CD-Box ...
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