Stockhausen und die Tradition
Das «Helikopter-Streichquartett» (siehe Anmerkungen am Ende des Textes: Hörbeispiel 1) bildet das Herzstück der dritten Szene der Oper «Mittwoch aus Licht». Stockhausen schrieb es in den Jahren 1992 und 1993 im Auftrag der Salzburger Festspiele, die es allerdings nie aufführen konnten. Erstmals gespielt wurde das Opus 1996 in Amsterdam mit dem Arditti Quartett, vier Helikoptern der niederländischen Luftstreitkräfte und Stockhausen als Klangregisseur und Conférencier.
Mit einer Spielzeit von 31 Minuten ist das «Helikopter-Streichquartett» ein vergleichsweise kurzes und unkompliziertes Stück. Es handelt vom Abheben. Die Luft ist die Domäne der Engel und der feuerspeienden chinesischen Drachen. Sie ist aber auch das Reich der Klänge und des Hörens.
In Jonathan Cotts Buch «Stockhausen: Conversations with the Composer» erinnert sich der Komponist mit Freude an eine Vortragsreise im Jahr 1958, die ihn quer durch die Vereinigten Staaten führte. Er verbrachte viele Stunden im Flugzeug, lauschte, den Kopf gegen das Kabinenfenster gelehnt, dem subtilen Zusammenspiel der vier Propeller, die einander ergänzten oder überlagerten, stets neue, vielfältige Harmonien erzeugend.
Rund dreieinhalb ...
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Opernwelt November 2012
Rubrik: Stockhausen, Seite 59
von Robin Maconie
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