Außer Atem
Fast senkt Will Humburg selbst ein wenig die Stimme, wenn er daran erinnert, dass der Titel «La forza del destino» in Verdis Heimat meist hinter vorgehaltener Hand erwähnt wird. Man ist abergläubisch jenseits der Alpen. Und angesichts des pessimistischen, fatalistischen Strudels, in den die Hauptfiguren von Anfang an geraten, ahnt man, warum «l’opera innominabile», die unaussprechliche Oper, in Italien relativ selten auf den Spielplänen erscheint.
An deutschen Theatern ist man weniger zimperlich und stellt sich dem düsteren Treibstoff namens Schicksal so willig wie der Überraschungsdramaturgie des Librettisten Francesco Maria Piave, die der klassischen Ausgewogenheit der Schauplätze und Ökonomie der Auftritte Hohn spricht. Jüngste Beispiele: die Spielzeitpremieren in Köln und Osnabrück. Will Humburg, der seinen Chefdirigentenposten in Catania in diesem Frühjahr entnervt niederlegte und den kunstfeindlichen Zuständen in Italien den Rücken kehrte, weist gern auf die komplizierten Szenenwechsel zwischen Palazzo, Schlachtfeld und Kloster hin, die auch die Protagonisten regelrecht fortspülen: Nur zweimal begegnet sich das hohe Paar Leonora und Alvaro, und eigentlich ist es schon beim ...
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Opernwelt November 2012
Rubrik: Panorama, Seite 47
von Michael Struck-Schloen
ARD
23.11. – 0.30 Uhr
«Zum Sterben schön».
Film von Harald Woetzel über Musik für das letzte Finale.
ARTE
1./7./13./19.11. – 6.00 Uhr
Vadim Repin interpretiert
Lalo: Symphonie espagnole. Orchestre philharmonique de Radio France, Myung-Whun Chung.
2.11. – 6.00 Uhr
Für mein Leben habe ich kämpfen müssen.
Dokumentation von Georg Wübbolt über Sir Georg Solti.
4.11. – 17.10 Uhr
14....
Ein Wagnis ist das. Zwei wenig gespielte Stücke zum Saisonauftakt an der Oper Frankfurt, zwei Premieren innerhalb eines Monats. Miteinander zu tun haben Samuel Barbers «Vanessa» und Engelbert Humperdincks «Königskinder» nicht allzu viel. Immerhin wurden beide an der Metropolitan Opera in New York uraufgeführt (1910 bzw. 1958/1965). Auch wäre es kaum übertrieben zu...
Ein riesiger schwarzer Fächer spreizt sich oberhalb des Strandbads, winkt mit Spanien-Romantik – das Einheitsbühnenbild für den zweiten Jahrgang der Berliner Seefestspiele, für die sich Filmemacher Volker Schlöndorff an «Carmen» versuchte. Schlöndorff enttäuschte 2005 an der Deutschen Oper Berlin mit Janáceks «Totenhaus», nun erweist sich seine...
