Britischer Mozart - gestern und heute

Historischer «Figaro» aus Glyndebourne, moderne «Così» aus London

Opernwelt - Logo

In Sachen Selbstvermarktung geben uns die englischen Theater ein nachahmenswertes Beispiel. Die Londoner Covent Garden Opera hat unlängst das DVD-Label Opus Arte übernommen, nun startet das Glyndebourne Festival eine eigene CD-Reihe mit historischen und neueren Mitschnitten.

Der Auf­takt mit der Erstveröffentlichung von «Le nozze di Figaro» aus dem Jahr 1962 ist vielversprechend, auch was die repräsentative Aufmachung angeht: Ein üppiges Booklet enthält das Libretto in vier Sprachen und zahlreiche Porträt- und Szenenfotos, allerdings keine Texte zu den Sängern und zu der Auffüh­rung selbst.
In Glyndebourne war 1962 die Mozart-Welt noch in Ordnung. Die Produktion des «Figaro» stand ganz im Zeichen von Tradi­tion und Kontinuität. Carl Ebert, der achtundzwanzig Jahre zuvor die Geschichte des Festivals mit einer Inszenierung desselben Werkes eingeleitet hatte, führte wiederum Regie, und der Schweizer Dirigent Silvio Varviso setzte die Linie von Fritz Busch und dessen Nachfolger Vittorio Gui fort, zeigte dabei aber durchaus eine eigene Handschrift. Seine Auslegung der Partitur ist geprägt von Heiterkeit und Schwerelosigkeit, die komponierten aggressiven Untertöne machen sich nur diskret ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt August 2008
Rubrik: CDs, Seite 59
von Ekkehard Pluta

Vergriffen
Weitere Beiträge
Sommertheater am Mississippi

Seit nunmehr dreiunddreißig Spielzeiten bietet das Opera Theatre of Saint Louis ein ausgesuchtes Programm, das vom heimischen Publikum, von Besuchern aus ganz Amerika sowie von der internationalen Presse gleichermaßen geschätzt wird. Wenn die führenden US-Häuser (die Met in New York, die Lyric Opera in Chicago, die San Francisco Opera) schon Theaterferien machen...

Am Limit

Dem neuen «Don Carlo» der Royal Opera in London kann man sich auf zwei verschiedenen Wegen nähern. Der eine geht ungefähr so: Rolando Villazón, Tenorissimo der Stunde, krönt nach mehrmonatiger Indisposition bei seinem ersten Bühnenauftritt ein Spit­zen­ensemble in einer prachtvollen Produktion von Verdis Spanien-Drama, deren Mastermind «die einfluss­reichste...

Große Liebe, gute Musik

Das Klima macht krank, die Kriminalitätsrate ist hoch, drinnen duftet es diskret nach Schimmel, draußen fällt tropenschnell wie ein nasses Tuch die Dunkelheit, Riesenfledermäuse fliegen ums Haus. Und wenn Wolfgang Ebert, erster Solohornist der Amazonas Filarmônica, am Sonntag seine Freundin mit Familie ausführen will, ist der attraktivste Ort, den er sich in der...