Kunst des Zufalls

Tschaikowsky: Eugen Onegin Köln / Oper am Dom

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Regisseur Dietrich Hilsdorf gilt als Meister der atmosphärisch dichten Chortableaus. Keine Frage, die Bewegung größerer Personalmassen beherrscht er virtuos. Aber er läuft auch dann zu Hochform auf, wenn er auf Millimeterpapier Kammerspiele austüfteln kann.

Beide Talente hat er nun in einem großen Wurf an der Kölner Oper am Dom vereint: 32 Jahre nach seinem Debüt als Opernregisseur am Gelsenkirchener Musiktheater im Revier mit Tschaikowskys «Eugen Onegin» hat er sich der «lyrischen Szenen» erneut angenommen und ein subtiles Spiel delikater Konstellationen komponiert, das in dieser Dichte und psychologischen Tiefe nur selten auf einer Opernbühne zu erleben ist. Ganz ohne ambitioniertes Meta-Konzept und nur sanft aktualisiert – Renate Schmitzers gewohnt geschmackssichere Kostüme changieren zwischen frühem und mittlerem 20. Jahrhundert – setzt Hilsdorf auf feinste Zwischentöne und minimale Gesten. Keine einzige Rampenpose unterläuft dem famosen, wunderbar aufeinander eingespielten Ensemble, jeder Blick sitzt, jede Alltagsbewegung wirkt wie eine spontane ­Reaktion auf die Situation.

Dieter Richter hat für die wechselnden Orte der traurigen Geschichte der verpassten Liebe zwischen der ...

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Opernwelt Dezember 2013
Rubrik: Panorama, Seite 39
von Regine Müller

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