Erlaubt ist, was mir gefällt

Alex Ross durchmisst die Musik des 20. Jahrhunderts

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Musik zur Sprache zu bringen ist ein heikles Unterfangen; noch heikler jenes, Musik erzählen zu wollen. Alex Ross ist das Wagnis eingegangen – er schildert Musik nicht um ihrer selbst willen, nicht aus Theodor Adornos Begriff des musikalischen Materials heraus, sondern er schreibt aus der Perspektive des Hörers für Hörer. «The Rest is Noise» heißt das Buch des 1968 geborenen Autors des «New Yorker», und seine größte Schwäche ist zugleich seine größte Stärke: Es gibt sich hemmungslos amerikanisch-unbekümmert.

Alex Ross versucht, die Musikgeschichte der Moderne aus Sicht des US-Publikums allgemeinverständlich zu erzählen. Die deutsche Unterzeile, die der elegante Übersetzer Ingo Herzke dem Originaltitel beigefügt hat, macht es klar: Dieser 700-seitige Essay will «Das 20. Jahrhundert hören». Ross spitzt sein Thema auf kontrastierende Figuren zu, er erzählt souverän und pointensicher – bezahlt dies allerdings mit dem Griff zu anekdotischen Quellen von zweifelhafter Glaubwürdigkeit. Seine Darstellung beginnt mit Richard Strauss’ «Salome», die er aus der freund-feindlichen Perspektive Gustav Mahlers schildert.

Dieser Kunstgriff lässt Ross seine These exponieren, wonach sich die Musik des ...

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Opernwelt Januar 2010
Rubrik: Medien / Bücher, Seite 28
von Olaf Wilhelmer

Vergriffen
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