Waldweben
Da wird einer offenbar immer wieder von Neuem von der Magie Janáceks angezogen. Vor einem Jahrzehnt hat Regisseur Robert Carsen sich schon einmal dessen Opernfabel «Das schlaue Füchslein» gewidmet, damals an der Vlaamse Opera in Gent und Antwerpen. Was der Kanadier jetzt an der Elsässischen Rheinoper mit dem Stück anstellt, bietet keine grundsätzlich andere Sichtweise (warum auch?), aber womöglich eine noch poetischere.
Die Natur trägt in dieser Neuinszenierung einen vollkommenen Sieg davon.
Keine Hügellandschaft aus Kleidern diesmal: Carsens aktueller Bühnen- und Kostümbildner Gideon Davey zeigt den Wechsel der Jahreszeiten mit ihren selbstverständlichsten Insignien: Laub, Schnee, frisches Grün. Carsen ist immer ganz nah an Janácek, auch wenn es optisch nicht so scheinen mag. Statt sommerlicher Nachmittagssonne Herbststimmung mit herabfallenden Blättern, statt Herbstmittag Winterstille. Naturpoesie, getragen vom zyklischen Sog des Kommens und Gehens. Man bemerkt erst allmählich, was mit dem für diese Oper so wichtigen Topos Wald geschieht. Kein Baum, nirgends, und doch glaubt man sich, auch dank der beeindruckenden Lichtregie Carsens und Peter Van Praets, von fortwährendem ...
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Opernwelt April 2013
Rubrik: Panorama, Seite 45
von Alexander Dick
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