Last des Schicksals
Das Ende gehört den Opfern. Während das Opernvolk auf der Bühne mit seinen schwarzgläsernen Schutzbrillen noch ganz im Bann der ersten Testzündung der Atombombe verharrt, setzen die letzten Minuten des «Doctor Atomic» zum Sprung durch Zeit und Raum an. Nur die zaghafte Stimme einer Japanerin, die für ihr Kind um ein Glas Wasser bittet, klingt aus den Lautsprechern der Metropolitan Opera – als habe die Musik im Angesicht der Katastrophe von Hiroshima ihren Anspruch aufgegeben, das menschliche Leid überhaupt noch darstellen zu können.
Wie schon bei der Uraufführung vor drei Jahren in San Francisco verharrt auch das New Yorker Publikum nach dem Verklingen dieser beklemmend lapidaren Sätze noch minutenlang schweigend auf den Plätzen – der wohl deutlichste Beweis, dass die Botschaft von John Adams angekommen ist. Eine nahezu unlösbare Aufgabe hatte sich Amerikas größter Komponist mit seiner fünften Oper gestellt und den Blick auf jenen Punkt der Geschichte fokussiert, an dem die Zerstörung der Erde zum ersten Mal zu einer realen Zukunftsoption wurde. Fast unlösbar auch deshalb, weil es keine Heroen oder weltbewegenden Tyrannen sind, die den Anbruch dieser Epoche in der Wüste von Los ...
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Mit ihrer Ansicht über die wahren Antriebsgründe menschlicher Entscheidungen hält Maria de Alvear nicht hinterm Berg: Ist schon der Titel ihrer neuen Kammeroper «Colourful Penis» einigermaßen explizit, wird die Spanierin im Beiheft der Uraufführung bei den Dresdner Tagen für zeitgenössische Musik noch deutlicher: Die Sexualität, schreibt sie, sei der mehr oder...
Der Grund, warum die estnische Komponistin Mari Vihmand die auf Deutsch geschriebene Novelle «Die Mathematik der Nina Gluckstein» als Vorlage für eine Oper gewählt hat, ist vermutlich der gleiche, aus welchem dieses kleine Buch in den achtziger Jahren zu einem internationalen Bestseller wurde: Die deutsch-argentinische Schriftstellerin Esther Vilar hat in ihrer...
Frau Netrebko, Sie sind inzwischen Mutter und leben in Wien. Könnten wir uns auch auf Deutsch unterhalten?
Vielleicht besser nicht (lacht). Sprachen sind meine schwache Seite. Ich versuche ja, was ich kann. Und auf dem neuen Album habe ich es vielleicht beinahe übertrieben. Es sind zehn Sprachen, die ich dort singe. In Wirklichkeit sind Sprachen das Schwierigste,...
