Heutige Heldinnen
Eingekürzte «Zauberflöten» oder Kinderfassungen des «Freischütz» sind ja ganz nett. Aber den gewachsenen Ansprüchen an die Kinderoper genügen sie nicht. Und Humperdincks «Hänsel und Gretel» erscheinen doch langsam – pardon, das ist nicht hexenfeindlich gemeint – ein wenig ausgebrannt. Neue Stücke müssen her. Stücke, die den Zeitgeist treffen und einem jungen Publikum, oft aus opernunerfahrenem Elternhaus, die Faszination des Musiktheaters vermitteln. Die Kunst bieten, nicht bloß Pädagogik.
Aber das kostet.
Deshalb haben sich die Deutsche Oper am Rhein (Düsseldorf und Duisburg) sowie die Theater in Bonn und Dortmund zusammengeschlossen, um jedes Jahr einen Kompositionsauftrag zu vergeben und die Produktion dann von Haus zu Haus touren zu lassen.
Der neueste Streich: die Duisburger Uraufführung von «Ronja Räubertochter», einem Stück von Jörn Arnecke nach Astrid Lindgren. Die Premiere: eine Schulvorstellung um 11 Uhr vormittags. Noch fünf Minuten vor Beginn geht es hoch her, Kinder quietschen, schnattern, brüllen und lassen überhaupt ordentlich Dampf ab – um dann zwei Stunden lang (unterbrochen von einer Pause) ganz konzentriert zu lauschen. Nur ganz selten hört man eine Lehrerin ...
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Opernwelt Mai 2015
Rubrik: Magazin, Seite 80
von Stefan Keim
Catherine Foster, bevor Sie Sängerin wurden, haben Sie als Hebamme gearbeitet. Macht Sie das zu einem geerdeten Menschen?
Vielleicht. In meiner Familie kam es auf einen soliden Beruf an, und Singen gehörte sicher nicht in diese Kategorie. Ich habe 257 Babys auf die Welt gebracht. Diesen Job aufzugeben war keine leichte Entscheidung. Als ich meine Kündigung zur Post...
Eine Teufelin? Eine skrupellose Giftmischerin? Auch das ist Lucrezia Borgia. Doch vor allem ist sie unglücklich. Verheiratet mit einem brutalen Machtmenschen und Mutter eines verheimlichten unehelichen Sohns, dessen Liebe sie sucht, obwohl sie ihm die Wahrheit nicht sagen kann. Am Theater St. Gallen hat der Regisseur Tobias Kratzer Donizettis Stück auf die Bühne...
Impressum
56. Jahrgang, Nr 5
Opernwelt wird herausgegeben von
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752278
Redaktion Opernwelt
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Redaktionsschluss dieser Ausgabe
war der 13.04.2015
Redaktion
Wiebke Roloff
Albrecht Thiemann (V. i. S. d....
