Apropos... Marathon
Catherine Foster, bevor Sie Sängerin wurden, haben Sie als Hebamme gearbeitet. Macht Sie das zu einem geerdeten Menschen?
Vielleicht. In meiner Familie kam es auf einen soliden Beruf an, und Singen gehörte sicher nicht in diese Kategorie. Ich habe 257 Babys auf die Welt gebracht. Diesen Job aufzugeben war keine leichte Entscheidung. Als ich meine Kündigung zur Post brachte, wäre ich fast noch einmal umgekehrt. Aber meine Lehrerin hatte mich vor die Wahl gestellt: Wenn du wirklich singen willst, dann musst du das jetzt hundertprozentig machen.
Diese Lehrerin, Pamela Cook, brachte ihren Mädchenchor Cantamus 2006 in die Britischen Charts – mit «Everybody’s Gotta Learn Some Time». Sie haben zwanzig Jahre lang bei ihr gelernt ...
Leider ist sie 2013 gestorben. Feedback ist ein Muss, egal, wie weit fortgeschritten eine Karriere ist – die eigene Perspektive reicht einfach nicht. Was Stimmbildung und Technik betrifft, war Pamela unfassbar gut. Sie hat mir alles beigebracht, wirklich alles! Dass man zum Singen nicht bloß eine Stimme braucht, sondern auch die richtige Einstellung. Sich ein echtes Fundament erarbeiten muss. Deshalb bin ich so lange im Weimarer Ensemble geblieben: Ich wollte ...
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Opernwelt Mai 2015
Rubrik: Magazin, Seite 87
von Wiebke Roloff
Es gibt am Premierenabend keinen Aufstand im Royal Opera House. Selbst als während der vorletzten Vorstellung der «Mahagonny»-Inszenierung von John Fulljames ein Kabelbrand an Covent Garden die Lichter löscht und im Opernhaus das Catering lahmlegt, beschwert sich niemand: Die schöne Ironie, die darin liegt, dass es zu einer Show über Whiskey bloß Leitungswasser...
Auf der Webseite der Amsterdamer Oper verspricht der PR-Trailer für «Macbeth» ein grausames, blutiges Spektakel. Tatsächlich aber fließt auf der großen Bühne am Waterlooplein in Andrea Breths Deutung von Verdis furioser Shakespeare-Adaption nicht ein einziger Tropfen Theaterblut – das Bestialische des Mordreigens wird in Amsterdam systematisch ausgeblendet....
Und meine liebe Muse bleibt mir noch fern? Schweigend harrte ich ihres Besuches; durch Bitten wollte ich sie nicht beunruhigen. Denn die Muse, wie die Liebe, beglückt nur freiwillig. Wehe dem Toren, wehe dem Lieblosen, der, was sich freiwillig ihm nicht ergibt, mit Gewalt erzwingen will!»
So schreibt Richard Wagner im Mai 1857 an Mathilde Wesendonck, fünf Jahre...
