Trittfest, schwebend

Daniel Behle hat ein klares Bild von Brahms’ «Magelone», Julian Prégardien sehnt sich mit Beethoven, Weber, Wolf, Strauss nach fernen Geliebten

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Allem Verfallsgejammer zum Trotz – worin sich in den letzten Jahren besonders Thomas Quasthoff gefiel – ist das Lied in Deutschland vital geblieben. Den Tenor Daniel Behle kann man schon jetzt, im Jahr seines 40. Geburtstags, zu den Großen des Fachs zählen.

Seine Lied-CDs waren bislang vorzüglich; die Richard-Strauss-Platte von 2012 mit dem Pianisten Oliver Schnyder dürfte nur schwer zu übertreffen sein: Nicht nur wurde hier technisch makellos gesungen und gespielt; es entstanden in der subtilen Balance aus hoher Kultur und untergründiger Gewalt auch komplexe Porträts wilhelminischer Männerseelen.

In der «Schönen Magelone» op. 33 von Johannes Brahms, begleitet von Sveinung Bjelland, zeigt sich Behle nun erneut vorbildlich, wenn auch etwas zu unerschütterlich. Brahms’ Romanzen nach dem Ritterroman von Ludwig Tieck haben in Form und Ton einen Zug zur Oper. Sie ­ähneln den Konzertarien Beethovens und den Gesangsszenen Spohrs mehr als den Liedern Schuberts. Sie fordern den Sänger, weil er drei Personen zu vertreten hat – den Harfner, Prinz Peter und Prinzessin Sulima – und zudem von sich selbst aus der Perspektive eines Gegenübers, der Prinzessin Magelone, singen muss. Behle und ...

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Opernwelt November 2014
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 35
von Jan Brachmann

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