Muss Oper sein?

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Opernwelt März 2008
Rubrik: Schlusswort, Seite 72
von Sigfried Schibli

Vergriffen
Weitere Beiträge
Schatten der Vergangenheit

Manchmal braucht es eben den Impuls der Obrigkeit. Auch in künstlerischen Dingen. Die Uraufführung von Giovanni Pacinis «Alessandro nell’Indie» am 29. September 1824 in Neapel war ein fades Ereignis, jenseits von Reinfall und Glücksfall. Erst als ­König Ferdinand IV. bei der zweiten Auffüh­rung den Applaus vorgab, entschied sich der Erfolg dieses Werkes. Noch in...

Der Regisseur als Autor?

Lange war es üblich, Opern in bearbeiteter Form zu zeigen: übersetzt, gekürzt, umgestellt, ergänzt, mit Eingriffen in Dramaturgie und Notentext. Mozart, «Verdi-Renaissance», der Kampf um die Originalfassungen des «Boris», «Hoffmann», der «Carmen» sind nur die notorischsten Beispiele. Als Reaktion formierte sich in den fünfziger Jahren die Urtext-Bewegung....

Kaltes Licht

Die Masken sind ab. Frontal zum Publikum sitzen in der Schluss­szene nebeneinander: Riccardo und Amelia, Renato und seine beiden Mitverschwörer Tom und Samuel. So lange, bis die Waffe, die im Zeitlupentempo von Hand zu Hand gewandert ist, endlich ihren Zweck erfüllt hat und das eingetreten ist, was alle hilflos erwartet haben. Kein Attentat im eigentlichen Sinne...