Eine Stimme wie ein Cello
Mit seiner Verkörperung der Titelpartie in Wieland Wagners Bayreuther Inszenierung des «Fliegenden Holländers» von 1960 hat er Maßstäbe als Heldenbariton gesetzt. Und das, obwohl Franz Crass im Jahr zuvor auf dem Grünen Hügel mit dem König Heinrich in einer Partie aus dem seriösen Bassfach angetreten war.
Aber seine Ausnahmestimme erlaubte ihm den Wechsel zwischen den Fächern, zwischen dem mühelosen Hinabsteigen in den sonoren vokalen Tiefenbereich eines Gurnemanz, eines Pogner, eines Marke oder eines Sarastro und der Bewältigung des kraft- und glanzvollen Höhenregisters vom Schlage eben des Holländers, aber auch eines Barak, eines Orest, eines Amonasro und (auf Schallplatte) sogar eines Dapertutto.
Er war ein echter deutscher «Basso cantante» mit einer Stimme «wie ein Cello» – so hat es einst Gottlob Frick, der große Kollege, neidlos anerkennend formuliert. Einer Stimme mit einem bei aller markigen Kraft weich fließenden Legato, die auch den italienischen Partien eine Authentizität verlieh, wie man sie sonst eher bei den bedeutenden Sängern jenseits der Alpen, etwa bei Cesare Siepi, antraf oder – man denke an Nicolai Ghiaurov – bei den Sängern aus Osteuropa.
Zwei Jahrzehnte ...
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