Schüsse, Bisse
Hereinspaziert, hereinspaziert! Es ist schwer was los im Trierer Dreispartenhaus. Karl M. Sibelius, der neue Intendant, macht mächtig Dampf. Allein das Musiktheater stemmte zwischen Saisonauftakt und Jahresende fünf Premieren. Zuletzt war der Schauspieler, Regisseur und Kulturmanager, der nun in der Römerstadt alles anders machen will als sein Vorgänger Gerhard Weber, Intendant am kleinen Theater an der Rott im niederbayerischen Eggenfelden. Sibelius gilt als Wirbelwind, als Mann des Wandels, der Chancen sieht, wo andere die Waffen strecken. Deshalb haben ihn die Trierer Politiker berufen.
Man wollte einen Neustart. Das Haus soll sich neu erfinden, auch aus der Not. In eine Anstalt des öffentlichen Rechts soll es verwandelt werden, eine Modernisierung des sanierungsbedürftigen Gebäudes (Baujahr 1964) scheint in greifbare Nähe gerückt. Erstaunliche Pläne, wenn man bedenkt, dass noch vor Kurzem der Fortbestand des Theaters in Frage stand, ein Fall für die Rote Liste des Deutschen Kulturrats.
Sibelius ging das neue Amt forsch an, streitlustig, aber auch wetterwendisch. Ein Neubau? Erst wollte er, dann lieber doch nicht. Ein neuer Generalmusikdirektor? Erst pochte er auf eine ...
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Opernwelt Februar 2016
Rubrik: Magazin, Seite 76
von Claus Ambrosius
Zwölf Opern hat Charles Gounod geschrieben, dauerhafte Fortüne aber war nur «Faust», «Roméo et Juliette» sowie «Mireille» beschieden, jenen drei Werken also, in denen der Komponist die strikte Genre-Trennung des französischen Musiktheaters überwand zugunsten einer freieren, Lyrisches und Dramatisches mischenden Form. Seine Grand Opéras fielen schon bei ihren...
An Giuseppe di Stefano, Carlo Bergonzi oder Alfredo Kraus sollte man nicht denken, wenn Juan Diego Flórez (42), von schreckensschwarzen Chorrufen bedrängt, am Gran Teatre del Liceu in Barcelona zum ersten Mal Lucia in den Bühnentod folgt. Elena Mosuc, bzw. ihr Stuntfrau-Double, ist in der aus Zürich übernommenen «Lucia di Lammermoor» des Pereira-Schützlings Damiano...
Welk sind die Blätter, Eis deckt die Seen, traurig ziehen die Vögel gen Süden. Traurig, denn der Norden ist ihre Heimat, seinem Himmel gilt ihre Sehnsucht. Jean Sibelius veröffentlichte das Lied «Norden» im Jahr 1917 als erstes seiner sechs Lieder op. 90. Ein schwedisches Gedicht seines Lieblingsautors Johan Ludvig Runeberg liegt ihm zugrunde. Es steht für alles,...
