Lachen, Sorgen, Zagen
Verantwortungslose Heiterkeit, die in diesem Wirrsal ein Bild unserer realen Verkehrtheiten ahnen lässt», ist nach Karl Kraus’ treffender Formulierung Sinn und Zweck der Operette. Von dieser lösenden Wirkung erfüllt ist auch der märchenhafte Schluss von Gioacchino Rossinis Oper «La gazza ladra», wenn nach dreieinhalb Stunden das Justizdrama um das unschuldig zum Tode verurteilte Dienstmädchen Ninetta glücklich endet. Denn nicht sie, wie sich in letzter Sekunde herausstellt, hat den silbernen Löffel ihrer Herrschaft gestohlen, sondern die sprichwörtliche «diebische Elster».
Rossinis Semiseria, die das Buffoneske empfindsam vertieft und den Ernst im Rausch der Crescendo-Walze bis zur Frenesie überdreht, ist ein musikalisches Meisterwerk, von dem man zwar die populäre Ouvertüre kennt, das aber hierzulande kaum je auf die Bühne kommt. Frankfurt hat es, wie so oft schon in ähnlichen Fällen, gewagt und auf der ganzen Linie gewonnen!
Regisseur David Alden und sein Bühnenbildner Charles Edwards haben der Tragikomödie einen strengen Rahmen verpasst – ein Bühnenhalbrund mit zahlreichen Türen –, der im zeitlos ländlichen Ambiente des beginnenden 20. Jahrhunderts die sozialen Spannungen von ...
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Opernwelt Mai 2014
Rubrik: Im Focus, Seite 12
von Uwe Schweikert
Nicht schon wieder, möchte man auf den ersten Blick sagen. Nicht schon wieder dem Theater beim Erschaffen der Illusion zusehen müssen. Nicht schon wieder diese Versuchsanordnung zum Thema «Wie fülle ich eine leere Bühne». Aber erstens passt zu einer Oper nach Shakespeare diese elisabethanische Purheit. Zweitens hat Regisseur Michiel Dijkema an diesem Hause schon...
Für die vier «Klassiker» der tschechischen Musik war die Oper kein Nebengleis. Das immerhin haben Bedrich Smetana, Antonin Dvorák, Leos Janácek und Bohuslav Martinu gemeinsam. Smetana, der Älteste, figuriert als Schöpfer der tschechischen «Nationaloper» – zum Teil späte Selbststilisierung, zum Teil von der Nachwelt erteiltes Attribut. Eine gewisse Berechtigung...
Die Veröffentlichung der CD-Einspielung von Leonardo Vincis «Artaserse» war ein großer Erfolg (vgl. OW 12/2012). Der Jubel setzte sich fort, als das Werk in der Inszenierung des rumänischen Regisseurs Silviu Purcarete auch auf die Bühne kam (vgl. ebenda) – unter anderem an der Opéra national de Lorraine in Nancy, wo der Mitschnitt entstand, der jetzt auf DVD...
