Puccini: Manon Lescaut
Für die Produktion von «Die Liebe zu den drei Orangen» in Chemnitz wurde das Team aus Regisseur Dietrich Hilsdorf und GMD Frank Beerman mit dem Theaterpreis «Der Faust» ausgezeichnet. Am Tag nach der Ehrung stand, wieder in Chemnitz, die nächste Gemeinschaftsarbeit der beiden an: Puccinis «Manon Lescaut». Weil Hilsdorf erkrankte, konnte er «nur» die Konzeption beisteuern; Ansgar Weigner übernahm die Aufgabe der szenischen Umsetzung.
Es bleibt zwar Spekulation, aber bei Hilsdorf selbst wäre sicher manches Detail, vor allem die in der Milieuschilderung angelegte Hintergründigkeit, schärfer und mit mehr Mut zum bösen Witz umgesetzt worden. Nun bleiben vor allem die Chorszenen konventionell, und der offensichtlich deftig angedachte Einsatz der Straßenhuren oder des skurrilen Salonfaktotums geraten schlicht illustrativ.
Dieter Richters Bühnenbild liefert mit Versatzstücken einer Großstadtlandschaft der zwanziger Jahre des vorigen Jahrhunderts vor allem dichte Atmosphäre. In Chemnitz enden die blutige Befreiung Manons und die gemeinsame Flucht mit Des Grieux in einem endlos wirkenden, tief deprimierenden Tunnel der Kanalisation. Erst hier, im Sterben, billigt die Regie der ...
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