Frohsinn statt Tiefsinn
Krzysztof Meyer gilt als einer der wichtigsten zeitgenössischen Komponisten Polens, doch wird seine Reputation kaum mit dem Musiktheater in Verbindung gebracht. Maßstäbe setzte seine Schostakowitsch-Biografie, in Erinnerung ist auch seine Komplettierung von Schostakowitschs Fragment «Die Spieler» nach Gogol. Seine eigenständige Oper «Cyberiada» nach Erzählungen von Stanislaw Lem entstand 1967-1970, wurde dann 1985 noch einmal überarbeitet und erlebte im Jahr darauf ihre Uraufführung in Wuppertal.
In Meyers Heimat ist sie bisher nicht gespielt worden, so dass es sich bei der Poznaner Produktion (zum 70. Geburtstag des Komponisten) tatsächlich um eine «polnische Erstaufführung» handelt.
Meyer, sein eigener Librettist, hat aus den 15 Erzählungen Lems drei ausgewählt, in denen der märchenhafte Charakter vorherrscht und das Science-Fiction-Element vor allem ein reizvolles Dekorum darstellt. Im Auftrag eines melancholischen Königs (bei Meyer ist es eine Königin) konstruiert der Ingenieur Trull drei Maschinen, die Geschichten erzählen sollen – eine lehrreiche, eine witzige und eine tiefgründige. Er erfüllt den Auftrag zur Zufriedenheit der Königin und muss sich am Ende damit abfinden, ...
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Opernwelt Juli 2013
Rubrik: Panorama, Seite 48
von Ekkehard Pluta
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