Exemplarisch
Erst 1999, mehr als drei Jahrzehnte nach ihrer Uraufführung, fand Astor Piazzollas «María de Buenos Aires» den Weg auf eine deutsche Bühne. Katja Czellniks Kieler Inszenierung (siehe OW 12/1999) galt als durchaus exemplarisch. Diesen Rang dürfte ihr die von Andreas Kriegenburg verantwortete Bremer Produktion des Werks nun streitig machen. Denn sie hat, was Czellniks symbolistisch verrätselter, in einem klinischen weißen Einheitsraum angesiedelter Kieler Werkdeutung damals fehlte: Atmosphäre.
Den Duft des Tangos, das Flair der (argentinischen) Metropole, ihres Glanzes und ihrer Unterwelt – genau jene Stimmung also, die Piazzollas Musik und die surrealen Texte des uruguayanischen Lyrikers Horacio Ferrer in jedem Moment ausstrahlen.
In Bremen hat Harald Thor als Spielraum ein auf clair-obscur gedimmtes Tango-Etablissement auf die Bühne gestellt. Während eines Vorspiels, zu dem ein Bandoneonspieler improvisierte Klänge hören lässt, füllt es sich langsam mit Tänzern. Man begrüßt einander, zieht sich um, probiert die Schuhe. Das Bandoneon zitiert die Habanera aus Bizets «Carmen», dazu marschiert machohaft eine Männergruppe auf. Und schon beginnt der Tanz – und damit die «Tango Operita».
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Opernwelt Februar 2016
Rubrik: Panorama, Seite 36
von Gerhart Asche
Der Mann im rotbraunen Samtsakko mit Fliege zündet sich zum Schluss genüsslich einen Glimmstengel an und hört mit sarkastischem Lächeln, wie die anderen ihn verabschieden. «Questo è il fin di chi fà mal», dies sei das Ende von jemandem, der Böses tue, behaupten sie. Weswegen der Mann im Samtsakko (es ist, erraten, Don Giovanni) sie dann auch in den Orkus schickt....
Nicht selten kommt man durch etwas ganz anderes ins Gerede als durch sein eigentliches Talent. Als Beispiel sei der Stinkefinger des Fußballers Stefan Effenberg erwähnt. So etwas wie einen visuellen Stinkefinger hat man auch dem russischen Bariton Evgeny Nikitin untergeschoben, in Form einer Swastika, die er sich als Schlagzeuger einer Heavy-Metal-Rockband auf die...
Herr Trumpet, ich wusste gar nicht, dass Sie sich für Oper interessieren.
Ich bitte Sie, nicht so förmlich! Für Sie einfach Donald oder Don. Doch, doch, ich bin ein Riesen-Opernfan. Da muss ich gleich an Andrea Bocelli denken: So ein lieber Mensch, schaut gut aus – und diese grandiose Stimme! Auf meiner fünften Hochzeit hat er gesungen, damals in der...
