Romas Wandlungen

Katharina Wagner zeigt «Rienzi» in Bremen als Comic-Strip

Opernwelt - Logo

Draußen duften während der Pausen Bratwürs­te, und gegen Abend wird es ein bisschen nass­kühl. Der oberfränkische Hügel muss also irgendwie ganz nah sein. Drinnen läuft Richard Wagner, inszeniert von Katharina Wagner, und wenn es nach dem medialen Aufgebot geht, das diese Premiere begleitet, dann ist Bayreuth wirklich nicht weit entfernt.

Außerdem sind natürlich alle da, die zum alten und zum neuen Clan gehören: Patriarch Wolfgang ist zwar nicht nach Bremen gekommen, aber seine Schwester Verena; natürlich Eva, die neue Co-Chefin (am Arm des Nachlassverwalters von Friedelind); dazu zwei Männer, deren Einfluss kaum unterschätzt werden kann: Herr Müller, der Hausanwalt der Familie, und Herr Schmidt, der Vorsitzende der Freunde, der intern als Architekt der aktuellen Führungslösung gilt; ferner natürlich diverse Vorsitzende der Wagner-Verbände, Mit- und Zuarbeiter aus Bayreuth, namhafte Wagner-Forscher, Dramaturgen großer Häuser. Sogar Hamburgs Opernchefin Simone Young steckt im Gewusel.
Bei einem Empfang vor der Premiere hatte Hans-Joachim Frey, der Bremer Intendant, ein «großes Opernschauspieldrama» versprochen und den Abend in die Tradion des Hauses eingebunden. Die dreißigjährige ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Dezember 2008
Rubrik: Im Focus, Seite 10
von Stephan Mösch

Vergriffen
Weitere Beiträge
Stimmenfest

Wer der notorischen Händel-Renaissance auf den deutschen Bühnen etwas entgegensetzen will, bekommt vom Plattenmarkt eine gute Vorlage: Besonders das französische Label Naïve hat sich um die Wiederbelebung des italienischen Barockmeisters Antonio Vivaldi verdient gemacht und hochgelobte Gesamtaufnahmen vorgelegt, Sängerinnen wie Cecilia Bartoli oder Simone Kermes...

Kinder, macht Neues

Wagners politisch vorbelastete Oper von der Utopie einer ästhetischen Selbstregierung des Volkes stellt für jeden Regisseur eine so verlockende wie schwierige Aufgabe dar – wie schwierig, hat Jens-Daniel Herzog zu spüren bekommen, als ihm am Ende seiner Mannheimer Inszenierung ein wahrer Buhsturm entgegenschlug. Dabei hat er den Knoten geradezu genial ge­löst und...

Hintergründiges Vergnügen

Der Jubel kannte keine Grenzen. Als im April 1972 an der Bayerischen Staatsoper ein neuer «Rosenkavalier» in der Regie von Otto Schenk herauskam, schrieb Imre Fabian in dieser Zeitschrift: «Die Sensation dieser Premiere hieß Carlos Kleiber» (siehe OW 6/1972). Die Produktion war opulent besetzt: Gwyneth Jones sang die Marschallin, Karl Ridderbusch den Ochs, Lucia...