Prima le parole, dopo la musica
Sieht man von Emilio da Cavalieris (im Stil opernhafter, dem geistlichen Inhalt nach aber eher dem, was man später Oratorium nennen wird, zugehöriger) «Rappresentazione di Anima e di Corpo» (1600) ab, war Domenico Mazzocchis «La catena d’Adone» (1626) die erste Oper, die in Rom aufgeführt wurde. Der belgische Bassist Nicolas Achten hat sie nun mit seinem achtköpfigen Brüsseler Instrumentalensemble Scherzi Musicali klanglich brillant und stilistisch auf der Höhe unserer Zeit gültig eingespielt.
Viele Spezialeffekte – Büffellederregister sowie wechselnde Bespannungen mit Metall- und Darmsaiten beim Cembalo, Diskantinstrumente der Theorben- und Spinett-Familie usw. – sorgen für einen ungewöhnlichen Reichtum unterschiedlicher Farben, die bestimmten Figuren, Situationen und Affekten zugeordnet sind. Im Ganzen aber unterscheidet sich der Höreindruck nicht wesentlich von dem, was man von anderen Opern der Zeit (Peri, Caccini, Cavalieri, Monteverdis «Orfeo») kennt. Mehr als die Hälfte des Reizes liegt in der prachtvollen Verssprache Ottavio Tronsarellis und der Kunst biegsam-geschmeidiger Deklamation. Die Figuren diskutieren und demonstrieren die wirklichkeitsschaffende Macht oder Ohnmacht ...
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Opernwelt April 2012
Rubrik: Medien | CDs, DVDs, Bücher, Seite 19
von Boris Kehrmann
Es war eine Zufallsbegegnung, die Henri Dutilleux und Renée Fleming in einem Studio von Radio France zusammenführte und die Idee einer Auftragsarbeit zeitigte. Geraume Zeit später wurde die Sängerin für die Uraufführung von «Le Temps l’horloge» eingeladen, in der ersten Version drei Lieder, die im Dezember 2006 unter James Levine uraufgeführt wurden. Die Endfassung...
Die Berichte über die Unruhen vom Abend des 12. Februar prangten noch auf den Titelseiten der Tagespresse, da waren die meisten Brandspuren schon wieder vom Syntagma- und Omonia-Platz in der Innenstadt Athens beseitigt. Nur 48 Stunden später spielten sich ganz ähnliche Szenen auf der Bühne des modernen Multiplex-Saales Megaron Mousikis ab: Transparente, geballte...
Sie war schon immer ein bisschen anders als die anderen. Hat sich um Erwartungen und Etikette nie geschert, wenn sie mit ihrer Alte-Musik-Kapelle im Halbkreis rockte. Und dabei Barockharfe, Psalter, Zink und Theorbe auf Forschungsreise schickte, um alles Mögliche zu suchen, um Neuland zu entdecken, nicht zuletzt für ihre CDs. Bei Monteverdi hat sie ein «Teatro...
