Karthago liegt gegenüber
Marseille will das städtische Kulturleben verstärkt auf Fragen und Themen des Mittelmeerraums ausrichten. Die Orientierung am mediterranen Raum dürfte auch das Programm der «Europäischen Kulturhauptstadt» prägen – 2013 wird die südfranzösische Metropole den Titel gemeinsam mit dem slowakischen Kosice tragen. Schon jetzt stimmt man sich auf die Aufgabe ein: Das Opernhaus erinnert an den bevorstehenden 100. Todestag des in Marseille geborenen Komponisten Ernest Reyer.
Unter der engagierten Leitung von Lawrence Foster präsentiert es dessen bedeutendste musikdramatische Arbeit: «Salammbô».
Das Libretto der fünfaktigen Oper basiert auf Gustave Flauberts gleichnamigem Roman von 1862. Nach der Empörung, die «Madame Bovary» ausgelöst hatte, wollte der Romancier hier orientalische Reiseerfahrungen verarbeiten, zugleich das ihn umgebende Pariser Milieu aufs Korn nehmen. In glühenden Farben skizzierte er Bilder von den Begierden und den Leiden eines mediterranen Völkergemischs zur Zeit der Punischen Kriege. Aus dem Personal ragen der Söldnerführer Mâthò und die Tanit-Priesterin Salammbô hervor, die Tochter des Regenten Hamilkar (diese Rolle wird an der Opéra Marseille vom Routinier ...
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Der Grund, warum die estnische Komponistin Mari Vihmand die auf Deutsch geschriebene Novelle «Die Mathematik der Nina Gluckstein» als Vorlage für eine Oper gewählt hat, ist vermutlich der gleiche, aus welchem dieses kleine Buch in den achtziger Jahren zu einem internationalen Bestseller wurde: Die deutsch-argentinische Schriftstellerin Esther Vilar hat in ihrer...
Die drei Opern auf Libretti von Lorenzo da Ponte bilden einen eigenen Kosmos im Werk Mozarts. Deshalb haben Jossi Wieler und Sergio Morabito mit dem Dirigenten Ingo Metzmacher am Pult sie 2006 in Amsterdam an drei aufeinander folgenden Tagen als Zyklus herausgebracht (siehe OW 1/2007). Opus Arte hat die drei Stücke nun in einer preiswerten Box veröffentlicht....
Ihren größten Trumpf spart sich Joyce DiDonato ganz bis zum Schluss auf: Mit Dejaniras Wahnsinnszene «Where shall I fly» aus dem Oratorium «Hercules» schließt sie ihr erstes Solorecital bei Virgin ab. Eine kluge Entscheidung, denn in dieser Partie ist die Amerikanerin tatsächlich konkurrenzlos: Dass die gattenmordende Königin nach ihrer eigenen Einschätzung der...
