Multikultureller Zauber
Italiener mögen Märchenopern nicht sonderlich, es sei denn, sie werden in einer Fremdsprache gesungen. Im Fall von Janáceks «Füchslein» kommen erleichternd die realistisch-naturhaften Elemente der Geschichte hinzu, die auch ohne jedes Wortverständnis nachvollziehbar sind. Man findet sie nicht nur bei den Menschen, sondern auch (und gerade) in der Tierwelt, die bei aller Stilisierung etwas Natürliches bewahrt. Diese Ambivalenz hat Regisseuren seit je zu schaffen gemacht.
Gerät die Sache zu leicht, kommt eine Pantomime oder ein Cartoon dabei heraus (eine mit Zeichnungen von Stanislav Lolek illustrierte Novelle von Rudolf Tesnohlídek war ja tatsächlich Janáceks Ausgangspunkt). Nimmt man nur die philosophisch-politischen Aspekte in den Blick, läuft alles auf jenes Symbol-Drama hinaus, das Janáceks Übersetzer Max Brod vorschwebte. Das Original-Libretto hatte Brod als «sehr ärmlich und unklar» abgestempelt und gemeint, dass es «dringend großer Verbesserungen» bedürfe, «um auf der deutschen Bühne zu bestehen». Janácek akzeptierte die Eingriffe widerwillig, um dem Werk eine weitere Verbreitung zu sichern; sein Herz schlug freilich für die ursprüngliche, vor und nach der Prager ...
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Opernwelt Januar 2010
Rubrik: Panorama, Seite 41
von Carlo Vitali,Übersetzung: Albrecht Thiemann
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