Toscanini, Giulini, Karajan & Co.
Besonders ergiebig war das zurückliegende Verdi-Jahr nicht, was neue CD- und DVD-Produktionen seiner Werke angeht. Und auch die Wiederveröffentlichungen älterer Aufnahmen brachten kaum Überraschendes zutage. Vier historische Live-Mitschnitte, erst in den letzten Monaten herausgekommen, sind gleichwohl hervorzuheben. «Celebrating Verdi» heißt eine etwa einstündige Kollektion, die bei Euroarts erschienen ist und wenig bekanntes Videomaterial aus den Jahren 1943-1968 zusammenträgt.
Den Anfang macht Arturo Toscanini, der mit dem NBC Symphony Orchestra in der Ouvertüre von «La forza del destino» Klarheit und rhythmische Exaktheit mit leidenschaftlichem Melos verbindet. Tugenden, die 25 Jahre später auch Carlo Maria Giulini mit dem Philharmonia Orchestra in der Ouvertüre zu «I vespri siciliani» und dem «Stabat mater» aus den «Quatro pezzi sacri» demonstriert. Tito Gobbi lieferte 1958 unter Charles Mackerras exemplarische Interpretationen von Jagos Credo und Falstaffs «Eh! taverniere!». Die eigentliche Trouvaille ist jedoch die Szene der Desdemona, 1967 in einem Pariser Konzert unter Berislav Klobucar mitgeschnitten: Die damals 52-jährige Elisabeth Schwarzkopf verbindet hier höchsten ...
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Opernwelt Mai 2014
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 27
von Ekkehard Pluta
Merkwürdig. Ist da was …? Der König hebt den treuen Vasallen im siegreichen Kampf wider die Sachsen hervor. Und die Inszenierung konstruiert da flugs ein Dreieck aus einem notorisch Gutgläubigen und zwei Verdächtigen. Der König: Marke? Die ihn hintergehen: Isolde? Tristan? Und da, bevor Akt zwei anhebt – der da auf der blau-weiß-rot drapierten Bühne durch den...
Impulsiv, mit jugendlichem Charme, ehrgeizig: So hat sich der Israeli und Ex-Barenboim-Assistent Omer Meir Wellber in den letzten Jahren nach vorn dirigiert. An der Semperoper geht er nach Strauss erstmals Mozart an, alle drei da Ponte-Opern soll er hier in der nächsten Zeit leiten. Der Einstieg glückt: In «Così fan tutte» überzeugt er mit engagierter, präziser...
Es gibt da ein Spiel, das Opernfans in England gern spielen. Es heißt «Richard Jones Bingo» und geht so: Man geht in eine Jones-Inszenierung. Und jedes Mal, wenn man eins seiner Markenzeichen sieht, gibt’s ein Kreuzchen. Eine Blümchentapete? Ein Waschbecken? Ein Sänger, der seltsame Verrenkungen macht? Bingo!
Gerade laufen in Glyndebourne die Proben für den...
