So klug wie sinnlich
Mozart und die Familie Weber – das Thema fasziniert seit jeher vor allem die populärwissenschaftliche Mozart-Literatur. Mit Aloysia Weber verband Mozart eine
Jugendliebe, Constanze Weber wurde seine Frau, Josepha Weber, verheiratete Hofer, war die erste Königin der Nacht. Alle drei Frauen hinterließen Spuren nicht nur in Mozarts Leben, sondern auch in seinem Werk. Spuren, denen die Sopranistin Sabine Devieilhe auf ihrem neuen Album gemeinsam mit dem phänomenalen Ensemble Pygmalion unter der Leitung von Raphaël Pichon nachgeht.
Devieilhe stand bereits im Mittelpunkt des 2013 erschienenen Rameau-Projekts «Le Grand Théâtre de l’Amour», einem rundherum gelungenen Querschnitt durch das Opernuniversum des großen französischen Komponisten. Auch «The Weber Sisters» ist keine einfache Arien-Kompilation, sondern ein ebenso klug wie sinnlich angelegtes Konzept-Album, das man am besten von vorn bis hinten durchhört.
Im Zentrum stehen drei Werkgruppen, die je einer der Weber-Schwestern gewidmet sind. Den Anfang macht Aloysia, die Mozart besonders reich bedachte, und das nicht nur, weil er in sie verliebt war. Wie Mozarts Arien zeigen, verfügte sie über eine außergewöhnlich hohe Stimme und war ...
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Opernwelt April 2016
Rubrik: CD des Monats, Seite 23
von Thomas Seedorf
Glöckchentöne einer Celesta. Gläserne Klangschlieren. Aus höchsten Fernen, raffiniert gemischt. Im ersten Moment ist kaum auszumachen, dass hier Piccoloflöten schwirren und Violinen flirren. So geht es los. Bald setzt die Stimme ein, behutsam, tastend, auf ruhigem Atem. «Let me tell you how it was», singt Barbara Hannigan, jeden Laut wägend, als suche ihr lyrisches...
Zangezi» ist so etwas wie das Opus summum des russischen Futuristen Velimir Chlebnikov (1885-1922). Ein als Drama konzipierter, im Grunde aber epischer Text, in dem er die fundamentalen Themen seines Schreibens zur Synthese zu führen sucht: Der Prophet «Zangezi» ist ein Alter Ego des Autors, die ihm in den Mund gelegten Spekulationen – etwa über die nach...
Beeindruckend, wie sich das stilistische Bewusstsein für Mozarts Jugendopern entwickelt hat: Noch vor dreißig Jahren musste man sich mit den lauwarmen Aufnahmen Leopold Hagers begnügen, heutzutage wird das Gros der Interpreten den Werken zwischen Spätbarock und Frühklassik gerecht – unbestritten ein Verdienst der historischen Aufführungspraxis. Nicht von ungefähr...
