Causa Köln
Das Jahrbuch von «Opernwelt» hat auch 2012 wieder vielfältige Reaktionen ausgelöst. Besonders hoch her ging es diesmal in Köln. Die dortige Oper wurde bekanntlich zum «Opernhaus des Jahres» wie auch zum «Ärgernis des Jahres» gewählt: Anerkennung für drei Jahre künstlerischer Aufbauarbeit wie Abrechnung mit der Kulturpolitik. Sofort nach Bekanntwerden dieser Ergebnisse erschienen in der Kölner Tagespresse Kommentare und Interviews mit den Beteiligten der Kämpfe um die Oper.
Kulturdezernent Georg Quander drohte dem ausgeschiedenen Intendanten Eric Uwe Laufenberg mit dem Anwalt und spielte das Umfrageergebnis herunter. Laufenberg wiederum kommentierte die Dinge aus seiner Sicht. Deutschlandfunk, Deutschlandradio Kultur, WDR und viele andere Sender sowie überregionale Tageszeitungen griffen das Thema auf. Wir drucken – pars pro toto – drei Stellungnahmen. Eine stammt von Professor Josef Protschka, der weltweit als Tenor erfolgreich war, in Köln einst seine künstlerische Heimat hatte und von 2002-2009 die dortige Musikhochschule leitete. Eine weitere schrieb Martin Koch, der seit 2009/10 Ensemblemitglied der Oper Köln ist, wo er unter anderem als David in den «Meistersingern» große ...
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Opernwelt November 2012
Rubrik: Magazin, Seite 86
von Georg Kehren
Seine Stimme war so schön – er war einer der besten Heldentenöre, die ich je gehört hatte.» So schreibt im Rückblick kein Geringerer als Georg Solti in seinen Erinnerungen über Ernst Kozub, den «herrlichen Wagner-Tenor aus Ostdeutschland», nicht wissend, dass Kozub aus Duisburg stammte (wie Rudolf Schock), im Zweiten Weltkrieg als Verwundeter nach Thüringen...
Er habe sich von volkstümlichen, zur Laute gesungenen Liedern in einer «historischen» Bauernstube zu seiner Oper «Der Schatzgräber» inspirieren lassen, teilte Franz Schreker mit. So seltsam unecht diese Szenerie, so absonderlich mutet die Häufung der Märchenmotive im Libretto an: Da ist eine Königin, die nach der Entwendung ihres Schmucks schwermütig wird. Da ist...
Es sei eben wie das sprichwörtliche Baumpflanzen, sagt Lachenmann im Publikumsgespräch vor der Aufführung. Etwas, das man wenigstens einmal gemacht haben will: «einmal im Leben eine Oper schreiben». Mündlich verwendet er den traditionsbelasteten Begriff «Oper» ganz unbefangen, sein «Mädchen mit den Schwefelhölzern» trägt allerdings den Untertitel «Musik mit...
