Ideologisches Minenfeld

Amsterdam | Schreker: Der Schatzgräber

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Er habe sich von volkstümlichen, zur Laute gesungenen Liedern in einer «historischen» Bauernstube zu seiner Oper «Der Schatzgräber» inspirieren lassen, teilte Franz Schreker mit. So seltsam unecht diese Szenerie, so absonderlich mutet die Häufung der Märchenmotive im Libretto an: Da ist eine Königin, die nach der Entwendung ihres Schmucks schwermütig wird. Da ist die schöne Wirtstochter Els, eine Schreker-typische Femme fatale, die nicht nur den Schmuck in ihren Besitz gebracht hat, sondern auch ihre Freier durch den ihr hündisch ergebenen Albi entsorgen lässt.

Da ist vor allem der fahrende Sänger Elis, dessen Laute zugleich als eine Art Wünschelrute dient. Am Ende bringt er den Schmuck zurück, heilt die Königin, rettet Els und das Reich und bringt überhaupt alles in Ordnung.

Das alles wird in eine ziellos mäandernde Dramaturgie verpackt. Die ideologischen Leitmotive treten dennoch klar hervor: Erlösung kommt durch den Künstler (Elis: «Der Mann muss schaffen und kämpfend streben»), der Beitrag des Weibes kann nur in Selbstaufopferung bestehen (Elis: «Du bringst mir Opfer. Wie soll ich’s tragen, wie danken, dir lohnen?»). Als die Verbrechen der Els auffliegen, zieht sie sich von Elis ...

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Opernwelt November 2012
Rubrik: Panorama, Seite 42
von Ingo Dorfmüller

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