Viel gespielt, wenig erzählt
Nun ist es raus: Am Morgen nach der Premiere von Strauss’ «Frau ohne Schatten» ließ Kirsten Harms per Presseerklärung verkünden, dass sie 2011 definitiv die Deutsche Oper verlassen wird. Der Zeitpunkt der Ankündigung ist nicht schlecht gewählt und verrät mehr Sinn für Effekte, als man Harms nach ihren letzten Inszenierungen zugetraut hätte: Die Besucherzahlen steigen langsam, aber stetig, Chor und Orchester haben nach dem Tiefpunkt des Palumbo-Intermezzos wieder zu verlässlicher Form gefunden.
Bis das Haus künstlerisch wieder ganz oben mitspielt, dürfte es trotzdem noch eine Weile dauern: Mit der neuen «Frau ohne Schatten» kriegt die Deutsche Oper zwar einen ordentlichen Premierenabend ohne Ausfälle hin, überregional bedeutsam oder gar richtungweisend ist die Produktion jedoch kaum. Was zuerst an der Regie führenden Intendantin selbst liegt. Mit der Verlegung der Hofmannsthal’schen Märchengeschichte ins Umfeld des Faschismus setzt sich Harms unter einen Erklärungsdruck, dem sie nicht gerecht werden kann: Die marmorkalte Reichskanzlei mit flankierenden ägyptisierenden Riesenfalken, die Harms-Gatte Bernd Damovsky auf die Bühne gewuchtet hat, ist zwar imposant, doch über die ...
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