Liebesgrüße aus der Hölle
«Ich habe mir schon oft die Frage gestellt, welche der beiden Inszenierungen mir näher steht», meinte Schostakowitsch zu den ersten, 1934 im Abstand von nur zwei Tagen herausgebrachten Produktionen seiner «Lady Macbeth von Mzensk». «Dies ist aber ein sehr verzwicktes Problem, denn es stellt sich heraus, dass mir beide Aufführungen – aus verschiedenen Gründen – sehr nahe stehen.» In ebendiese Zwickmühle hat uns auch der Besuch in Antwerpen und Dessau gebracht.
Nikolai Smolitsch hatte damals in Sankt Petersburg die satirischen Momente der Oper betont, Wladimir Iwanowitsch Nemirowitsch-Dantschenko in Moskau Katerinas tragisches Schicksal in den Vordergrund gerückt. Am Anhaltischen Theater entschied sich Hinrich Horstkotte jetzt für den Sankt Petersburger Weg. Calixto Bieito nahm an der Vlaamse Opera die Moskauer Route. Jeder nach seiner Façon – hat doch der eine ein ausgeprägtes Talent fürs Komische, der andere fürs Unerbittliche.
Calixto Bieito sei zahm geworden, war in letzter Zeit zu lesen. In der Tat: Die Tage, in denen Zuschauer aus dem Saal flohen, weil sie sich von brutalen Kopulationsszenen abgestoßen, ja vom Regisseur zum Voyeurismus gezwungen sahen, sind vorüber. Ein Schock ...
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Opernwelt Mai 2014
Rubrik: Im Focus, Seite 16
von Wiebke Roloff
Die Veröffentlichung der CD-Einspielung von Leonardo Vincis «Artaserse» war ein großer Erfolg (vgl. OW 12/2012). Der Jubel setzte sich fort, als das Werk in der Inszenierung des rumänischen Regisseurs Silviu Purcarete auch auf die Bühne kam (vgl. ebenda) – unter anderem an der Opéra national de Lorraine in Nancy, wo der Mitschnitt entstand, der jetzt auf DVD...
Der Lustschrei aus dem Auditorium gleich nach dem letzten Akkord des «Don Giovanni» erinnert an die Zuschauer-Hysterie zu Zeiten Karajans, und obwohl Nikolaus Harnoncourt einmal als «Un-Karajan» bezeichnet wurde, scheint vieles nicht unähnlich: ekstatische Publikumsreaktionen, der Medien-Hype und die -Verwertung. Als Ersatz für die wegen des unpässlichen Regisseurs...
Welche Brünnhilde ist am schwersten zu singen?
Für mich die der «Walküre», weil sie sehr tief liegt. Ich mache immer drei Kreuze, wenn’s vorbei ist. Die «Siegfried»-Brünnhilde singt sich dagegen wie nix. Und bei «Götterdämmerung» hat man vom Spiel her einen anderen Zugriff. Bei der «Walküre» hat meine Lehrerin Ingrid Bjoner immer gesagt: «Ach Gott, diese...
